"Der Tag mit mm premium" Der Tag: Der Verrückte nutzt Autodeutschlands Krise

Hat Spaß, gibt Gas: Tesla-Chef Elon Musk

Hat Spaß, gibt Gas: Tesla-Chef Elon Musk

Foto: AP Photo/Jae C. Hong

als wir Tesla zuletzt eine Titelgeschichte widmeten, schien Elon Musk der Strom auszugehen. Die Nachfrage war eingebrochen, der Elektroautopionier verbrannte Milliarden an Cash. Deutschlands Autoindustrie witterte im Herbst 2019 entsprechend ihre Chance, den lauten US-Aufsteiger mit der ihr eigenen Perfektion in die Schranken zu weisen.

Ende Mai 2020 ist alles anders. Erst jüngst musste Volkswagen-Chef Herbert Diess nach einem höchstkarätig besetzten Management-Workshop feststellen: Musk und Tesla sind technisch auf Jahre davongezogen - und verdienen mittlerweile auch noch Geld. Dabei wollten die Deutschen 2020 eigentlich aufholen.

Das Jahr der geplanten Aufholjagd entwickelt sich nicht nur für Volkswagen, sondern auch für Daimler und BMW zum Desaster. Während deren Bosse mit der Corona-Krise kämpfen, beschleunigt Elon Musk immer weiter. Das brave Elektroauto-Deutschland ist nicht konkurrenzfähig. Verrückt gewinnt - unsere neue Titelgeschichte. 

Was heute wichtig war - die Wirtschaftsnews des Tages:

  • Konsequenz der Elektro-Workshops auf der Wolfsburger Chefetage ist übrigens eine neue konzernweite Elektro-Offensive: Im Jahr 2025 will Volkswagen einen Tesla-Fighter auf die Straße bringen, geleitet wird das Projekt vom neuen Audi-Chef Markus Duesmann.
  • Massiver Kritik zum Trotz hat Chinas Volkskongress das umstrittene Sicherheitsgesetz für Hongkong gebilligt. Es umgeht Hongkongs Parlament und richtet sich gegen Aktivitäten, die als subversiv oder separatistisch angesehen werden. Über Monate hatte es in der ehemaligen britischen Kronkolonie starke china-kritische Demonstrationen gegeben.
  • Nach dem Rekordeinbruch der deutschen Wirtschaft rechnet das Ifo-Institut für das kommende Jahr mit einer kräftigen Erholung. Während das BIP im laufenden Jahr um etwa 6,6 Prozent sinken werde, soll es 2021 um mehr als 10 Prozent nach oben gehen.
  • Seit seinem Tief Mitte März hat Deutschlands Leitindex Dax in 10 Wochen etwa 40 Prozent an Wert gewonnen. Auch die Wall Street boomt - obwohl der US-Jobmarkt dramatische Zeiten durchlebt: Die Arbeitslosenquote für Mai dürfte bei 20 Prozent liegen. Mehr als 40 Millionen US-Bürger haben seit Beginn der Corona-Krise ihren Job verloren.
  • Die Bahn muss sparen und tut das bei ihrem einstigen Vorzeigeprojekt. Der Mobilitätsdienst CleverShuttle wird in vier von sechs Städten eingestellt, 850 Jobs sollen wegfallen. Bei den eigenen Verträgen könnte den Vorständen das jedoch nützen. 

Die Köpfe des Tages:

  • Donald Trump hat Stress - ausgerechnet mit seinem liebsten Medium. Nachdem Twitter einen Tweet des Präsidenten mit einem Warnhinweis versehen hatte, der Absender sage möglicherweise nicht die Wahrheit, will die US-Regierung nun Regeln für soziale Netzwerke verschärfen. Der Streit verkommt derweil auch abseits der Politik zur Schlammschlacht.
  • Klaus Eberhardt, Chefkontrolleur des Triebwerksherstellers MTU, bleibt länger als geplant im Amt. Eigentlich hatte der Aufsichtsratschef bei der Hauptversammlung in diesem Jahr abtreten sollen. Nun könnte er laut Recherchen meiner Kollegin Angela Maier sogar bis 2022 bleiben  - und vereitelt damit das Comeback von Ex-Schaeffler-Chef Jürgen Geißinger.
  • Es hat schon fast etwas von Gotteslästerung: Hedgefondschef Bill Ackman hat Kasse gemacht - mit dem Verkauf aller seiner Anteile an der Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway. Letztere wird bekanntlich geführt von Börsenikone Warren Buffett, einem erklärten Vorbild Ackmans, der schon unter dem Spitznamen "Baby Buffett" auf Kundenfang ging.

Ein Lesetipp für den Abend:

Abos für 100.000 Euro: Verkaufstalent Gabor Steingart

Abos für 100.000 Euro: Verkaufstalent Gabor Steingart

Foto: Thies Raetzke/laif

  • Wie verdient man mit Journalismus Geld? Indem man jeden Abend einen Newsletter schreibt, natürlich. Allerdings gibt es auch andere Ansätze: Gabor Steingart etwa, früher Chef der Kollegen vom "Handelsblatt", schreibt seinen Newsletter morgens - und bietet mit seinem Medien-Start-up Abopakete zum Preis von bis zu 100.000 Euro  an.

Wir wünschen einen exzellenten Abend!

Herzlich, Ihr Lukas Schürmann

Haben Sie Wünsche, Anregungen, Informationen, um die wir uns journalistisch kümmern sollten? Wir freuen uns auf Ihre Post unter chefredaktion@manager-magazin.de. 

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