"Der Tag mit mm premium" Der Tag mit heiß begehrten Rohstoffen

FFP-Maske, genauer: Filtering-Face-Piece-Maske.

FFP-Maske, genauer: Filtering-Face-Piece-Maske.

Foto: Christoph Schmidt/dpa

Einer der am heißesten begehrten Stoffe in der Krise heißt Meltblown. Ein synthetisches Gewebe, das für die Herstellung sogenannter FFP-Masken benötigt und im nordrhein-westfälischen 100-Mann-Betrieb Innovatec hergestellt wird.

Das Dumme: aus dem Supergewebe kann in Deutschland niemand eine Maske machen. Für die eigentliche Herstellung von OP- und FFP-Masken gibt es hier bislang keine einzige Fabrik. Das zu ändern, ist das erklärte Ziel der Bundesregierung. Warum das so lange dauert und, ob der begehrte Rohstoff ihr Unternehmen reich macht, haben uns der Inhaber und Geschäftsführer von Innovatec im Interview erklärt: Die Jagd nach dem "goldenen Vlies".

Ähnlich nachgefragt ist in der Krise übrigens noch ein anderes Material: durchsichtige Kunststoffplatten. Bevor Sie im Baumarkt auf die Suche gehen - es soll in ganz Europa ausverkauft sein, wie Sie heute in unserem Newsticker lesen können.

Die Wirtschaftsnews des Tages:

Nur noch mit Mundschutz: Flugbegleiterinnen von Emirates.

Nur noch mit Mundschutz: Flugbegleiterinnen von Emirates.

Foto: Karim SAHIB / AFP

  • Die schwer von der Krise getroffene Luftfahrtbranche hofft auf einen Neustart regulärer Flüge Anfang Juni. Die EU-Kommission will für Passagierflüge Empfehlungen für Maßnahmen gegen die Ansteckungsgefahr an die Airlines aussprechen. Dazu gehört etwa eine Schutzmaskenpflicht - eine Pflicht zum Freilassen von Sitzplätzen soll es hingegen nicht geben. Mit einer Normalisierung des Luftverkehrs rechnet Fraport-Chef Stefan Schulte allerdings nicht vor 2023.
  • Entsprechend nachhaltig getroffen ist der größte Reiseanbieter der Welt: Tui will seine Verwaltungskosten um 30 Prozent drücken und weltweit 8000 Jobs abbauen. Nach starken Verlusten im Winter geht Tui von einer schwierigen Sommersaison 2020 aus.
  • Weiter sparen muss auch die Commerzbank, wie bei ihrer heutigen virtuellen Hauptversammlung deutlich wurde. Der Nettoverlust von 295 Millionen Euro im ersten Quartal (nach einem Gewinn von 122 Millionen im Vorjahresquartal) fiel noch heftiger aus als von Analysten erwartet. Im August soll das neue, 150 Millionen Euro schwere Sparprogramm verkündet werden.
  • In den USA läuft bereits seit 2019 eine Sammelklage gegen Wirecard - jetzt steht dem Zahlungsabwickler wegen der Kursturbulenzen der vergangenen Jahre der erste Rechtsstreit mit deutschen Anlegern ins Haus. Die Kanzlei Tilp klagt und will ein Musterverfahren einleiten.
  • Volkswagen (eine weitere Firma, die bereits Bekanntschaft mit einer Musterklage von Tilp machen durfte): Nach dem jüngsten Wiederanlauf im Stammwerk in Wolfsburg wird die Produktion stellenweise schon wieder heruntergefahren. Die Autohäuser sind dicht, die Lager voll, Verbraucher zurückhaltend - VW fährt "auf Sicht". Zudem verkündete VW heute, die Bonus-Garantie für das mittlere Management zu kippen. 18.000 Führungskräfte müssen mit geringeren Vergütungen für 2020 rechnen, in den beiden kommenden Jahren sollen die Bezüge weiter abschmelzen. Immerhin: Die Betroffenen reagierten offenbar mit Verständnis.
  • Weder die Rückendeckung Donald Trumps noch seine Rebellenpose nützen ihm: Elon Musk beißt mit seinen Forderungen nach einer sofortigen Öffnung des Tesla-Stammwerks in Kalifornien auf Granit bei den Behörden. Erst ab kommender Woche darf die Produktion wieder losgehen.
  • Der Roboterwagen-Entwickler Waymo hat die jüngste Finanzierungsrunde um 750 Millionen auf drei Milliarden Dollar ausbauen können. Googles Roboterwagen-Firma gilt beim Autonomen Fahren als besonders weit fortgeschritten - die Entwicklung der Technologie verschlingt allerdings immer mehr Milliarden und die Erfolge stellen sich nur langsam ein.

Was uns sonst noch beschäftigt hat:

  • Österreich hat die Öffnung der Grenze zu Deutschland ab dem 15. Juni angekündigt. Bundesaußenminister Heiko Maas will die weltweite Reisewarnung für Touristen schrittweise aufheben und mit den europäischen Ländern beginnen. Mehr dazu im heutigen Corona-Ticker.
  • Schon lange vor Corona hat Roland Berger das endgültige Ausscheiden seiner beiden Überväter in die Wege geleitet. Nun baut Chef Stefan Schaible die Traditionsberatung weiter um und dünnt die Führung aus: Dividende et impera. 

Unsere Leseempfehlung für den Abend:

  • Unsicherheiten belasten derzeit die Unternehmenswelt. In der Krise preschen die Bundesländer jetzt zudem mit unterschiedlichen Regelungen vor, hämisch tönt es von einem regelrechten "Lockerungswettbewerb". Zudem kassieren die Gerichte zunehmend einzelne Einschränkungen der Politik wieder, das auch noch regional unterschiedlich. Für Firmen, speziell für bundesweit tätige, ist die Lage bestenfalls unübersichtlich. Was sie jetzt beachten sollten, erklären unsere Rechtskolumnisten im siebten Teil unserer Serie "Das Gesetz der Krise". 

Bleiben Sie gesund und zuversichtlich!

Herzlich, Ihre Corinna Scheying

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