"Der Tag mit mm premium" Der Tag: Die größte Tech-Wette der Welt ist geplatzt

The Masa of all Tech Investors: Softbank-Chef Masayoshi Son

The Masa of all Tech Investors: Softbank-Chef Masayoshi Son

Foto: Ryan Pfluger / August

mit dem Vision Fund hatte Softbank-Chef Masayoshi "Masa" Son 2017 ein, so schien es, neues Zeitalter der Wirtschaftsgeschichte eingeläutet. 100 Milliarden Dollar schwer sollte das Vehikel werden, immerhin 80 Milliarden hat es seitdem auf einer beispiellosen Einkaufstour in Start-ups gepumpt - und deren Werte damit weltweit ins Absurd-Astronomische getrieben. Noch Mitte vergangenen Jahres hatten Masa und sein Team einen zweiten, 108 Milliarden Dollar schweren Fonds angekündigt, um noch mehr Unternehmen mit ihrem brutalen Friss-oder-stirb-Ansatz einzusacken.

Mittlerweile ist klar: Sons Milliardenspiel, die größte Techwette der Welt, ist geplatzt . Nicht erst, seit das Coronavirus die Weltwirtschaft ins Wanken gebracht hat, muss der Fonds horrende Abschreibungen vermelden (Stichwort: WeWork). Son wirkt im Rückblick wie ein süchtiger Roulettespieler, der einfach immer die doppelte Summe setzt, wenn er verliert - bis er nicht mehr nachlegen kann. Was das Ende des kurzen goldenen Zeitalters für Son, seine Unternehmen und die ganze Start-up-Welt bedeutet, analysieren meine Kollegen Jonas Rest und Philipp Alvares: Der Einhornochse .

Was heute wichtig war - die Wirtschaftsnews des Tages:

  • Die Bundesregierung erwartet wegen der Corona-Krise die schwerste Rezession der Nachkriegszeit: minus 6,3 Prozent für 2020. Das schnelle Comeback der Wirtschaft, das zunächst vielbeschworene V, wird damit immer unwahrscheinlicher. Vielmehr könnte auf den Boom der Kurzarbeit eine echte Jobkrise folgen - Christian Schütte ordnet ein.
  • Die Bundesregierung hat ihre weltweite Reisewarnung bis zum 14. Juni verlängert, Arbeitnehmer können sich bis zum 18. Mai ohne Arztbesuch krankschreiben lassen: Alle Corona-Meldungen des Tages haben wir hier in einem Ticker für Sie zusammengefasst.
  • Gehaltsdeckel, mehr Eigenkapital und Öffnung für Investoren: Bundesliga-Boss Christian Seifert wünscht sich schärfere, geradezu revolutionäre neue Regeln für die Fußballbranche. Die sind nicht nur wirtschaftlich überfällig. Der Fußball läuft sonst auch Gefahr, sein wichtigstes Asset zu verlieren - ein Kommentar von unserem Sportbusiness-Experten Christoph Neßhöver.
  • Eigentlich sollte eine KPMG-Sonderprüfung den Zahlungsdienstleister Wirecard von allen Vorwürfen um Bilanzfälschung und schlechte Unternehmensführung freisprechen. Das ist krachend gescheitert - die Aktie verlor heute erneut mehr als 10 Prozent. Der KPMG-Bericht verstärkt eher noch das Misstrauen gegenüber dem Unternehmen: Wirecard - was für eine Klitsche.
  • "Wir sind grundsätzlich erst einmal nicht überrascht", sagte ein Chefredakteur mal bei einer Sitekritik, als wir eine Nachricht als "überraschend" verkauft hatten. Ich sage es jetzt trotzdem - folgende Zeile hat mich heute überrascht: Burda knipst bei deutschem Google-Konkurrenten das Licht aus. Denn: Es gibt einen deutschen Google-Konkurrenten?
  • Könnte Sie ebenfalls überraschen: Mitten in der Corona-Krise hat die zuständige Baubehörde das Hauptterminal des Berliner Flughafens BER zur Nutzung freigegeben. Flughafenchef Lütke Daldrup dankte allen, "die den BER nicht aufgegeben haben."

Corona und die Autoindustrie:

  • Schon vor der wirtschaftlichen Vollbremsung durch das Virus litt Deutschlands Autoindustrie unter Überkapazitäten und Nachfrageschwäche. Entsprechend pessimistisch blickt Bosch, größter Zulieferer der Autowelt, in der Krise auf die Branche: Vorstandschef Volkmar Denner erwartet für 2020 branchenweit ein Minus von mindestens 20 Prozent.
  • Zu Denners finsterer Prognose passen auch Unternehmenszahlen und -ausblicke von heute: Daimler erwartet den ersten Quartalsverlust seit elf Jahren; Volkswagen geht ebenfalls davon aus, im zweiten Quartal Minus zu machen, will das Gesamtjahr aber trotz aller Belastungen mit einem Gewinn beenden.
  • Was also tun? Die Autowelt träumt von staatlichen Kaufanreizen - am liebsten schnell und flächendeckend, nicht nur als Umweltprämie für Stromer oder Hybride. "Wir wären für eine einfache Prämie quer über alle Segmente und Produkte hinweg", sagte Ola Källenius heute vor Journalisten. Warum sich der Daimler-Chef gerade jetzt so klar positioniert.

Leseempfehlungen für den Abend:

Könnte bei Osram zum ewigen Olaf werden: Vorstandschef Olaf Berlien

Könnte bei Osram zum ewigen Olaf werden: Vorstandschef Olaf Berlien

Foto: Stefan Kröger / laif

  • Comeback eines Ausgemusterten : Der Osram-Verkauf an den österreichischen Konkurrenten AMS steckt fest. Profiteur ist der eigentlich schon gescheiterte Vorstandschef Olaf Berlien.
  • Eigentlich endet die Übergangszeit des Brexit-Abkommens am 31. Dezember. Und dann? Rechtlich sind mehrere Szenarien denkbar - Unternehmen sollten sich auf einen harten Brexit einstellen , empfiehlt Anwalt Jörg Philipp Terhechte. Teil 6 unserer Serie "Gesetz der Krise".

Herzlich, Ihr Lukas Schürmann

Haben Sie Wünsche, Anregungen, Informationen, um die wir uns journalistisch kümmern sollten? Wir freuen uns auf Ihre Post unter chefredaktion@manager-magazin.de. 

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.