"Der Tag mit mm premium" Der Tag mit Kahlschlag bei Karstadt Kaufhof

Nach der Nobel-Quarantäne zurück im Büro: Karstadt-Eigner René Benko

Nach der Nobel-Quarantäne zurück im Büro: Karstadt-Eigner René Benko

Foto: Frank Zauritz

Galeria Karstadt Kaufhof war das erste prominente Opfer der Corona-Krise: Heute vor drei Wochen, am 1. April, flüchtete sich die ohnehin angeschlagene Kaufhauskette in ein Schutzschirmverfahren. Dieses bietet dem österreichischen Eigner René Benko nun die Chance, das Unternehmen noch einmal deutlich härter zu sanieren.

Bis zu 60 der gut 170 Standorte in Deutschland könnten schließen, mehr als ein Drittel also, damit rechnen Arbeitnehmervertreter intern. Wie viele Häuser tatsächlich dichtgemacht werden, hängt auch vom guten Willen der Vermieter ab: Benkos Signa-Gruppe steht hier in Verhandlungen und will die Mieten drücken. Der Schutzschirm öffnet Benko und seiner rechten Hand Dieter Berninghaus aber auch an dieser Front ungeahnte Möglichkeiten - so wird es zum Beispiel möglich, langfristige Mietverträge früher zu kündigen.

Egal, wie die Verhandlungen ausgehen: Karstadt Kaufhof wird in jedem Falle deutlich kleiner werden, viele der 28.000 Beschäftigten werden gehen müssen. Dass Verdi noch Ende Dezember den Fortbestand aller Häuser in einem Tarifvertrag bis Ende 2024 festschreiben ließ? Zählt jetzt nicht mehr.

Was heute wichtig war - die Themen des Tages:

  • Mit bis zu 50 Prozent Kursplus war Biontech Thema des Tages an der Börse. Das Mainzer Biotech-Unternehmen darf einen möglichen Corona-Impfstoff testen, teilte das Paul-Ehrlich-Institut heute mit. Hinter Biontech steht ein Power-Paar: Ugur Sahin und Özlem Türeci gehören zu den erfolgreichsten Biotechforschern Deutschlands - angesichts des heutigen Erfolgs möchten wir Ihnen Eva Müllers Porträt der beiden Wissenschaftler  noch einmal ans Herz legen.
  • Die Kaffeedynastie Herz zerbricht ein zweites Mal. Die Tchibo-Erben und Geschwister Günter Herz und Daniela Herz-Schnoeckel trennen sich und investieren künftig getrennt voneinander . Herz-Schnoeckel will sich auf Immobilien konzentrieren - das erste Großprojekt entsteht in Hamburg.
  • Die Ölpreise finden weiterhin keinen Halt. Nach dem Crash der amerikanischen Sorte WTI fiel nun auch Nordseeöl (Brent) auf den tiefsten Stand seit Ende der neunziger Jahre. Für Hermann Simon, einen der bekanntesten Pricing-Experten weltweit, können sich negative Preise wie beim amerikanischen Öl durchaus lohnen: In einem Gastbeitrag erklärt er, warum es durchaus sinnvoll sein kann, nicht etwa den Verkäufer, sondern den Käufer eines Produkts zu bezahlen.
  • Jeder zweite französische Angestellte befindet sich in Kurzarbeit und Seat will alle seine 15.000 Mitarbeiter auf das Coronavirus testen - die wichtigsten Nachrichten rund um die Corona-Krise finden Sie wie gewohnt in unserem täglichen Corona-Ticker.

Nachrichten aus der Autoindustrie:

  • Baut Volkswagen jemals sein umstrittenes Werk in der Türkei? Intern mehren sich die Zweifel : Einzelne Aufsichtsräte stellen die Notwendigkeit der geplanten Fabrik generell in Frage. Zur Erinnerung: Volkswagen hatte im vergangenen Herbst entschieden, in der Türkei ein neues Werk zu bauen, das Projekt dann aber wegen des türkischen Einmarschs in Nordsyrien auf Eis gelegt.
  • Die Autobranche ist einer der zentralen Bausteine der deutschen Wirtschaft; entsprechend systemrelevant ist ein erfolgreiches Comeback nach dem Ende der Corona-Krise. Branchenexperte Stefan Randak skizziert in einem Gastbeitrag vier Sofortmaßnahmen, mit denen der Neustart gelingen kann.

Unsere Leseempfehlungen für den Abend:

"Trockenshampoo, Espresso und abends Rotwein" - Karen Heumann

"Trockenshampoo, Espresso und abends Rotwein" - Karen Heumann

Genießen Sie Ihren Feierabend! (Oder Ihren Morgen - offenbar ist dieser Newsletter auch als Frühstückslektüre beliebt.)

Herzlich, Ihr Lukas Schürmann

Haben Sie Wünsche, Anregungen, Informationen, um die wir uns journalistisch kümmern sollten? Wir freuen uns auf Ihre Post unter chefredaktion@manager-magazin.de. 

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.