"Der Tag mit mm premium" Der Tag mit dem Gesetz der Krise

angesichts der Corona-Krise hat der Autozulieferer Continental für etwa die Hälfte der Beschäftigten in Deutschland, rund 30.000 Mitarbeiter, Kurzarbeit angemeldet. Die schwer getroffene Lufthansa will bis zu 87.000 Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken. Ähnlich sieht die Lage bei den Autoherstellern aus (hier ein kurzer Überblick über die aktuellen Planungen der großen Autobauer.)

Produktionsstopp bis Mitte April: VW schickt rund 80.000 Beschäftigte in Kurzarbeit.

Produktionsstopp bis Mitte April: VW schickt rund 80.000 Beschäftigte in Kurzarbeit.

Foto: Julian Stratenschulte/ DPA

Spätestens seit der Finanzkrise 2009 ist klar: die Kurzarbeit ist ein bewährtes, mächtiges Instrument in Krisensituationen. Sie sichert Arbeitsplätze und Lebensunterhalt. Ein Selbstgänger ist sie jedoch keineswegs. Was es braucht, damit diese "Brücke" auch jetzt funktioniert, erklärt mein Kollege Christian Schütte heute unter der Schlagzeile: Eiszeit am Arbeitsmarkt.

Erhellend ist dabei im Übrigen auch der Blick auf die europäischen Nachbarn. Wie eine aktuelle Studie zeigt, ist Deutschlands gesetzlich gezahlte Kurzarbeitergeld im Vergleich das geringste. Vier Staaten kompensieren den Lohnausfall sogar bis zu 100 Prozent.

Die wichtigsten Nachrichten des Tages:

  • Nach eigenen Angaben verliert Galeria Karstadt Kaufhof durch die Schließung der Warenhäuser jede Woche mehr als 80 Millionen Euro Umsatz. Nun rettet sich die Warenhauskette in ein Schutzschirmverfahren. Zudem teilte der Kaufhauskonzern seinen Vermietern mit, es bleibe "keine andere Wahl", als die Mietzahlungen einzustellen.
  • Dass Unternehmen in der Krise Mietzahlungen für ihre Geschäfte aussetzen, sorgte in den vergangenen Tagen für heftige Diskussionen. Die harsche öffentliche Kritik bewegte jetzt Adidas dazu, seine Mieten nun doch zu zahlen und sich für sein Vorpreschen zu entschuldigen.
  • In Deutschland ist die Zahl der bestätigten Infektionen auf 67.366 gestiegen. Japan will Ausländern aus 73 Staaten die Einreise verwehren. Das Weiße Haus befürchtet bis zu 240.000 Corona-Tote in den USA. Italien verlängert die strengen Ausgangsbeschränkungen bis Mitte April. Und: Die Bundesregierung unterstützt Start-ups in der Krise mit einem zusätzlichen Milliardenpaket. Der Tagesüberblick im heutigen Newsticker.

Das Gesetz der Krise - Teil 1:

  • Angesichts neuer, komplexer Fragen in der Wirtschaftswelt starten wir heute mit einer neuen Serie: Das Gesetz der Krise. In der Rechtskolumne geben die Anwälte der Kanzlei Bub Memminger & Partner ab sofort regelmäßig Antworten auf die wichtigsten juristischen Fragen dieser Tage. Heute starten wir mit der Erklärung des Wirtschaftsstabilisierungsfondsgesetzes. Und, noch schöner, dem korrespondierenden Wirtschaftsstabilisierungsbeschleunigungsgesetz. Zweifelsohne beweist der deutsche Staat gerade Handlungsfähigkeit - in Windeseile wurde ein umfangreiches Gesetzespaket verabschiedet, das die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise abmildern soll. Doch wer genau bekommt jetzt Hilfen - und wer nicht? Lesen Sie hier, was der Rettungsfonds juristisch für Unternehmen bedeutet. 

Was abseits von Corona wichtig war:

Noch-Chef der niederländischen ING: Ralph Hamers, der Mann mit dem digitalen Touch.

Noch-Chef der niederländischen ING: Ralph Hamers, der Mann mit dem digitalen Touch.

Foto: REMKO DE WAAL/ AFP

  • Axel Weber hat einen neuen CEO für die UBS gefunden. Im September soll Ralph Hamers, der die ING erfolgreich gemacht hat, Sergio Ermotti an der Spitze der Schweizer Großbank ablösen. Verwaltungsratschef Weber hat sich damit im Machtkampf gegen Ermotti durchgesetzt, der den Zeitpunkt seines Abgangs gern selbst bestimmt hätte. Der Coup des Axel Weber. 
  • Nach einer rund zweijährigen kartellrechtlichen Zitterpartie ist die Fusion der Telekom-Tochter T-Mobile US mit dem kleineren US-Wettbewerber Sprint endlich in trockenen Tüchern. Der Mega-Deal bringt ein neues Schwergewicht im US-Mobilfunkmarkt (mit 140 Millionen Kunden und einem Börsenwert von rund 110 Milliarden Dollar) hervor, das die Jagd auf die Branchenführer Verizon und AT&T eröffnen will. In unserer Analyse lesen Sie alles über den großen US-Plan: Endlich König. 
  • Der Druckerhersteller Xerox stellt seine Bemühungen ein, den größeren Rivalen HP zu übernehmen. Aufgrund der schwierigen Wirtschaftslage wegen der Pandemie wird das Kaufangebot zurückgezogen.
  • Linde hat die Führung seines Anlagenbau-Geschäfts neu geordnet. Nach dem Abgang von Christian Bruch leitet jetzt der bisherige Finanzchef Jürgen Nowicki die Sparte.

Was Anleger jetzt wissen sollten:

  • Die internationalen Aktienmärkte scheinen sich von ihrem Rekordtief Mitte März ein wenig zu erholen. Doch der Handel bleibt stark volatil. Folgt man US-Starinvestor Jim Rogers, so sollten sich Anleger von der jüngsten Aufwärtsbewegung an den Börsen nicht täuschen lassen: "Ich gehe davon aus, dass wir in den nächsten Jahren den schlimmsten Bärenmarkt meines Lebens erleben werden", erklärte er.
  • Kommt es an der Börse zu einem Übernahmeangebot, so stehen Aktionäre regelmäßig vor der schwierigen Entscheidung: annehmen oder ablehnen? Orientierungshilfe für Investments in turbulenten Börsenzeiten liefert eine neue Studie zu Kursentwicklungen bei Übernahmen. Sie zeigt, wann die richtige Zeit ist, zu verkaufen.

Bleiben Sie gesund!

Herzliche Grüße aus dem Homeoffice, Ihre Corinna Scheying


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