"Der Tag mit mm premium" Der Tag mit Ex-Milliardären und Hoffnungsträgern

noch vor sechs Wochen, am 19. Februar, erreichte der deutsche Aktienindex Dax seinen Höchststand. Wertvoller waren die 30 größten börsennotierten Unternehmen nie. Es folgte der beispiellose Absturz. Der Corona-Crash hat in kürzester Zeit Vermögen vernichtet - und auch Deutschlands Reichste getroffen. Die Aktienpakete der zwanzig größten deutschen Aktionäre haben seit jenem 19. Februar insgesamt 37,7 Milliarden Euro ihres Buchwerts eingebüßt. Einige Milliardäre sind nun auf dem Papier nur noch Multimillionäre. Unsere exklusive Auswertung zeigt, wen es wie sehr erwischt hat: Die Börsenbilanz der Reichsten. 

Milliardenverluste: Susanne Klatten, Wolfgang Porsche, Maria-Elisabeth Schaeffler.

Milliardenverluste: Susanne Klatten, Wolfgang Porsche, Maria-Elisabeth Schaeffler.

Foto: DPA, imago, DPA

An der Börse manifestieren sich zugleich die Krisengewinner. So verzeichnet etwa Hellofresh ein dickes Plus: der erst seit Kurzem im MDax notierte Kochboxenlieferant erwartet im ersten Quartal einen Umsatz bis zu 710 Millionen Euro, zwei Drittel mehr als ein Jahr zuvor. Seit dem Corona-Crash stieg der Kurs der Aktie um rund 30 Prozent - womit das Unternehmen jetzt mehr wert ist als die Lufthansa. Außerdem jubilieren Anbieter von Videokonferenztools: Teamviewer, Slack, Microsoft Teams und Zoom profitieren von rasant steigenden Nutzerzahlen - und Bewertungen.

Für die positive Wirtschaftsnachricht des Tages sorgen wichtige Frühindikatoren aus China: Bei Dienstleistung und verarbeitendem Gewerbe geht es hier wieder aufwärts. Wie kräftig und wie nachhaltig der Aufschwung ausfällt, ist allerdings offen, wie Christian Schütte heute in seinem "Makro-Blick" erklärt.

Power-Paar gegen Corona: BioNTech-Forscher Ugur Sahin und Özlem Türeci.

Power-Paar gegen Corona: BioNTech-Forscher Ugur Sahin und Özlem Türeci.

Foto: Stefan Sämmer / imago

Große Hoffnungen auf positive Nachrichten in Sachen Gegenmittel gegen das Coronavirus liegen auf einem Unternehmer- und Forscherehepaar aus Mainz: Özlem Türeci und Ugur Sahin sind Krebsärzte und erfolgreiche Pioniere der Biotech-Szene. Gemeinsam mit 400 Experten forschen sie jetzt an einem Corona-Impfstoff. Ihr Unternehmen BioNTech ist schon jetzt Liebling der Investoren - auch wenn ein Impfstoff wirtschaftlich nicht den großen Wurf verspricht. Wir stellen Ihnen die Corona-Fighter vor. 

Die wichtigsten Nachrichten des Tages:

  • Airbus kämpft mit großen operativen Schwierigkeiten, die Produktion in der Krise aufrecht zu erhalten. Am Firmensitz in Toulouse fehlt es an Zulieferteilen und Arbeitskräften, so dass nach der Betriebspause von letzter Woche die Fertigung von Flugzeugen nun wohl nur auf 10 bis 20 Prozent hochgefahren werden kann.
  • Die Stadt Jena plant als erste deutsche Stadt eine Mundschutz-Pflicht. Ziel ist es, die Sicherheit des Personals im öffentlichen Leben zu erhöhen. Die Weltgesundheitsorganisation sieht die Maßnahme kritisch. "Wir raten davon ab, Mundschutz zu tragen, wenn man nicht selbst krank ist", sagt WHO-Nothilfedirektor Michael Ryan.
  • BMW meldet für 20.000 Mitarbeiter Kurzarbeit an. Am Frankfurter Flughafen ist die Passagierzahl im Vergleich zum Vorjahr um 91 Prozent eingebrochen. Der Dachverband der Luftfahrt rechnet mit 39 Milliarden Dollar Verlust bei den Airlines im zweiten Quartal. Die USA melden 163.000 Corona-Infektionen, doppelt so viel wie China. Und Bayern will seine Wirtschaft mit Staatshilfen von 60 Milliarden Euro stützen. Lesen Sie die wichtigsten Entwicklungen des Tages im Corona-Newsticker.

Was abseits von Corona los war:

  • Wenige Wochen nach der Übernahme der Supermarktkette Real will der neue Investor zahlreiche Läden weiterverkaufen. Die SCP Retail Investments hat mit Kaufland und Edeka Verträge über die Übernahme von 141 Real-Märkten geschlossen. Die Mitarbeiter sollen an Bord bleiben.

Unsere Empfehlungen für den Abend:

  • Sitzen Sie auch im Homeoffice? Vielleicht toben gerade die Kinder um Ihren Arbeitsplatz herum oder Sie checken noch abends auf der Couch Ihre geschäftlichen E-Mails. Das stresst und ist der Konzentration abträglich. Mit ein paar einfachen Grundregeln können Sie Ihre Arbeitsbedingungen erheblich verbessern. Antonia Götsch, Chefredakteurin des Harvard Business Manager, gibt in der heutigen Podcast-Folge leicht umsetzbare Tipps, wie Sie von zu Hause produktiver arbeiten.
  • Bekleidungshersteller nähen Schutzmasken, Ford und General Electric wollen 50.000 Beatmungsgeräte fertigen - immer mehr Unternehmen stellen ihre Produktion jetzt auf dringend benötigtes Material um. Auch ist vermehrt die Rede von 3-D-Druckverfahren, mit denen im Kampf gegen die Pandemie notwendige Teile gefertigt werden könnten. Was kann die Technik tatsächlich leisten - und was nicht? Rainer Gebhardt, 3-D-Druck-Experte des Maschinenbauerverbandes VDMA, gibt Auskunft im Interview.

Bleiben Sie gesund!

Herzliche Grüße aus dem Homeoffice, Ihre Corinna Scheying


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