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Baustelle Conti: Der Hannoveraner Zulieferer ist nach einem enttäuschenden Ausblick an der Börse abgestürzt

Baustelle Conti: Der Hannoveraner Zulieferer ist nach einem enttäuschenden Ausblick an der Börse abgestürzt

Foto: Hauke-Christian Dittrich / DPA

es gibt Unternehmensnachrichten, die sind so schlecht, dass gleich der ganze Dax unter ihnen leidet. Auftritt Continental: Der Hannoveraner Autozulieferer hat heute nicht nur einen Milliardenverlust verkündet, sondern blickt auch überraschend pessimistisch in die Zukunft. Die Folge: Die Papiere des Konzerns brachen im Tief um mehr als 14 Prozent ein, zogen andere Autowerte und damit auch den deutschen Leitindex mit.

Zudem lastet weiterhin die Angst vor dem Coronavirus auf dem Dax. Einige Beobachter sehen die Kursstürze der vergangenen Wochen nur als Auftakt einer längeren Phase der Unsicherheit. Oder wie es ein metaphorisch ambitionierter Analyst ausdrückte: "Die Weltwirtschaft hängt derzeit am Tropf."

Die wichtigsten Wirtschaftsnews des Tages:

  • Das Coronavirus hat nicht nur die Börsen im Griff. Jüngstes Opfer: die britische Regionalfluggesellschaft Flybe. Die bereits angeschlagene Airline konnte den virusbedingten Rückgang der Reisenachfrage nicht abfedern und hat Insolvenz angemeldet. Alle weiteren wichtigen Entwicklungen - Kalifornien hat den Notstand ausgerufen, Italien Schulen und Universitäten geschlossen, die Lufthansa tausende Flüge gestrichen - können Sie in unserem Nachrichtenticker nachlesen.
  • Amerikas größter Autobauer will bis 2025 20 Milliarden Dollar (18 Milliarden Euro) in elektrische und selbstfahrende Autos investieren. General Motors will bei der Reichweite unter anderem Branchenprimus Tesla übertreffen; Mary Barra hat zudem ein E-Comeback des 2010 eingestellten PS-Protzes Hummer angekündigt.
  • Im Gespräch mit dem manager magazin hatte Immobilien-Milliardär Yakir Gabay jüngst schon mit Deutschlands erster Börsenliga geliebäugelt. Nun winkt Gabays Bürohausanbieter Aroundtown nach der geglückten Fusion mit TLG Immobilien tatsächlich der Aufstieg in den Dax .
  • Neben Conti (siehe oben) gewährte heute eine Reihe weiterer Konzerne Einblicke in ihre Bücher. In Kürze: Läuft bei Vonovia, läuft so mittel bei Henkel, läuft gar nicht bei ProSiebenSat.1.
  • Die Wohnungskrise in Deutschlands großen Städten wird gern in Teilen auch dem Wohnungsvermittler Airbnb angelastet. Nun steigt der Druck auf das ohnehin umstrittene US-Unternehmen: 22 deutsche und europäische Städte fordern härtere Auflagen, um dem "wachsenden Druck auf die Immobilienpreise" entgegenzuwirken. Für den Hintergrund empfehlen wir erneut unsere große Analyse: "Warnung vor dem Kultvermieter ".

Was uns heute sonst noch wichtig war:

  • 559 Millionen Dollar hat Michael Bloomberg mindestens mit seinem gescheiterten Anlauf verbrannt, in den US-Präsidentschaftswahlkampf einzusteigen. Für meinen Kollegen Arvid Kaiser hinterlässt "dieses verdammt schlechte Investment eine bohrende Frage: Was hätte mit all dem Geld nicht alles Produktives angestellt werden können?"
  • Wenn es nach unserem Videoredakteur (mir) gegangen wäre, hätten wir Ihnen an dieser Stelle einen geschmackvollen Fahrradtest-Film präsentiert, an dessen Ende sich besagter Mitarbeiter unzeremoniell fluchend das Schlüsselbein bricht. Tun wir aus Gründen des guten Geschmacks natürlich nicht. Und testen Möves Elektro-Fahrrad Franklin E-Fly ausgeheilt und unfallfrei. Kann dessen Tüftel-Antrieb das E-Bike noch besser machen?

Unsere Leseempfehlungen für den Abend:

Gestatten, Phantom: Ian Osborne.

Gestatten, Phantom: Ian Osborne.

Foto: Johannes Simon/ Getty Images

  • Ein geheimniskrämerischer Brite ist zum einflussreichen deutschen Start-up-Finanzier avanciert. Wer ist der Mann, der auch hinter Flixbus, WeFox und N26 steht? Jonas Rest über Ian Osborne, das Phantom der deutschen Techszene .

Haben Sie Wünsche, Anregungen, Informationen, um die wir uns journalistisch kümmern sollten? Wir freuen uns auf Ihre Post unter chefredaktion@manager-magazin.de .

Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend!

Herzlich, Ihr Lukas Schürmann