"Der Tag mit mm premium" Der Tag mit Bahlsen, Escada und Freshfields

"Verpflichtet, den Zustand der Welt zu verbessern" ist das ewige Motto, unter dem ab morgen einmal mehr die internationale Wirtschaftselite im schweizerischen Davos zusammenkommt. Im 50. Jahr seines Bestehens wird sich auf dem Weltwirtschaftsforum vieles ums globale Klima drehen. Wieder werden Topmanager, Wissenschaftler und Größen wie Donald Trump, Angela Merkel und Greta Thunberg erwartet - Sie erinnern sich bestimmt an den Davos-Auftritt der Klimaaktivistin im letzen Jahr ("Ich bin hier zu sagen, dass unser Haus brennt"), der medial gewaltig nachhallte.

Alles wie immer also in den Schweizer Bergen? Nicht ganz. Manche Dauergäste können nicht mehr zu dem exklusiven Treffen in die Alpen kommen, andere wollen nicht mehr - beides Zeichen für eine weltweit geänderte Stimmung. Immer lauter wird neuerdings die fundamentale Kapitalismuskritik, und das im Speziellen von den Milliardären selbst.

Die Wirtschaftsnews des Tages:

Jeremy Rifkin: Regierungsberater der USA, Berufsvisionär und mehrfacher Bestsellerautor.

Jeremy Rifkin: Regierungsberater der USA, Berufsvisionär und mehrfacher Bestsellerautor.

Foto: DPA

  • Der US-Ökonom Jeremy Rifkin sieht im europäischen Stabilitätspakt eines der größten Hemmnisse zur Bewältigung der Klimakrise in Europa. Um den CO2-Ausstoß massiv zu senken, müsse innerhalb der nächsten 20 Jahre eine völlig neue, grüne Infrastruktur geschaffen werden. Er schlägt vor, für die notwendigen Investitionen in Infrastrukturprojekte die Begrenzung der Neuverschuldung der europäischen Staaten für 20 Jahre auszusetzen.
  • Der angeschlagene Luxusmodehersteller Escada steht vor harten Einschnitten. Der US-Finanzinvestor Regent bereitet eine Entlassungswelle vor und tauscht das Management aus.
  • In seiner Heimat Österreich ist Florian Gschwandtner ein echter Start-up-Promi. Seine Fitness-App Runtastic hat er für 220 Millionen Euro an Adidas verkauft. Jetzt kehrt Gschwandtner zurück ins Management eines Start-ups: Tractive. Wieder ein Aktivitätstracker - diesmal allerdings nicht zur Verfolgung sporttreibender Menschen, sondern zur Ortung von Haustieren.
  • Kurz vor Ablauf der Annahmefrist hat sich der Luxemburger Gewerbeimmobilien-Konzern Aroundtown die Mehrheit der Anteile am deutschen Konkurrenten TLG gesichert. Insgesamt kommt Aroundtown nun auf mehr als 53 Prozent der TLG-Aktien. Mit der Übernahme könnte ein neuer Kandidat für den Dax-30 entstehen.
  • Das Start-up Sono Motors hat es geschafft: Es kann sein Solarauto "Sion" nun doch bauen. Die Münchener Firmengründer sammelten in einem Crowdfunding binnen Kürze mehr als 50 Millionen Euro ein. 10.000 Interessenten hätten das Auto, das für rund 25.000 Euro zu haben ist, gegen Anzahlung bereits bestellt. Die Produktion soll 2022 starten.

Was uns sonst noch wichtig war:

Gibt gern wohlmeinende Ratschläge: Firmenerbin Verena Bahlsen.

Gibt gern wohlmeinende Ratschläge: Firmenerbin Verena Bahlsen.

Foto: Mike Wolff, TSP

  • Dem Familienkonzern Bahlsen zerbröselt das Geschäft. 2018 erlitt der Hannoveraner Gebäckfabrikant einen Nettoverlust von 3,3 Millionen Euro, auch das Jahr 2019 soll rot geendet sein. Es hakt an allen Ecken und Enden: In den drei deutschen Fabriken herrscht Investitionsstau, zahlreiche Topmanager fliehen. Überdies sorgt die Eigentümersippe um Verena Bahlsen und ihren Vater Werner für zusätzliche Verwirrung. Chaos in der Keksfabrik. 
  • Der Cum-Ex-Skandal kostete die Steuerzahler Milliarden Euro. Die einflussreichste Anwaltskanzlei der Welt spielte dabei eine wesentliche Rolle. Lesen Sie einen Insiderreport aus dem aktuellen SPIEGEL, den wir heute exklusiv allen premium-Abonnenten zur Lektüre anbieten: Die Akte Freshfields. 
  • Operation geglückt, Rakete explodiert: Das US-amerikanische Raumfahrtunternehmen SpaceX hat eine Fehlfunktion der Falcon-9-Rakete simuliert. Kurz nach dem Start in Cape Canaveral wurde die unbemannte Crew-Dragon-Raumkapsel abgesprengt. Wenige Sekunden darauf explodierte die Rakete wie geplant in einem Feuerball - zum Video.

Unsere Empfehlung für den Abend aus dem "Economist":

Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend!

Herzliche Grüße, Ihre Corinna Scheying


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