Dienstag, 2. Juni 2020

"Der Tag mit mm premium" Rechenkünste bei BMW, Karrierehilfe für Sigmar Gabriel

wie es Deutschland in Zukunft geht, hängt wesentlich von seiner Kernindustrie ab: dem Automobil mit allem Drum und Dran. Heute war ein Tag, an dem deutlich wurde, wie grundlegend die Branche gerade ihre Strategie verhandelt.

Die Wirtschaftsnews des Tages:

Zentrale von BMW in München: Auch wenn man es nicht sieht - hier raucht es.
  • "Es gibt viel zu tun - lassen Sie es liegen" - so ähnlich dürften einige BMW-Manager interpretieren, was derzeit die Konzernführung diskutiert. Viele Hochqualifizierte sollen weniger arbeiten, entsprechend weniger Gehalt müsste der Münchener Autobauer zahlen. Die innere Logik ist mir noch nicht ganz klar, aber die Verhandlungen dazu laufen ja auch noch.
  • Gleiches gilt für die Zukunft des einst so mächtigen Branchenverbands VDA ("Verband der Automobilindustrie"). Klar ist: Die Lobbyisten dringen in der Politik nicht mehr durch. Unklar aber ist, wie sie das künftig wieder besser bewerkstelligen wollen. In ihrer Not liebäugeln einige der PS-Granden inzwischen mit der Verpflichtung von Ex-Außenminister und einstiger SPD-Allzweckwaffe Sigmar Gabriel. Mein Kollege Michael Freitag hat die Gefechtslage zusammengefasst. Um das Bild komplett zu machen, bieten wir Ihnen heute auch unseren Podcast zu einem Aspekt des Themas an, der häufig sträflich unterbelichtet wird: die prekäre Lage vieler Autozulieferer im Lande.
  • Wie stark sich die Politik inzwischen genötigt sieht, die Regeln der Wirtschaft stärker zu bestimmen, zeigt auch ein Vorstoß der Grünen: Auf dem Parteitag im November will der Bundesvorstand die Enteignung von Grund und Boden erleichtern.

Unsere Empfehlungen für den Abend:

Einer der reichsten Menschen der Welt, aber nicht, weil er immer viel gespart hat: Amazon-Gründer Jeff Bezos.
  • Kann schon sein, dass Sie angesichts der ganzen Unwägbarkeiten der Zeitläufte (siehe oben) dazu neigen, Ihr Erspartes niedrig- oder gar minusverzinst auf irgendeinem Konto einzumotten. Reich werden Sie aber anders, wie mein Kollege Christoph Rottwilm in unserer Freitagskolumne "kurs und bündig" Ihnen eindringlich vorrechnet.
  • Sollten Sie seine Argumentation schlüssig finden und unterwegs Rückschläge erleiden - Sie sind nicht allein. Einige der reichsten Unternehmersippen Deutschlands hatten zuletzt arge Sorgen um ihr Vermögen. Hier können Sie nachlesen, wie sie damit umgehen: Knall oder Fall - wie Familienunternehmen in schlechten Zeiten beweisen wollen, was noch in ihnen steckt.

Haben Sie Wünsche, Anregungen, Informationen, um die wir uns journalistisch kümmern sollten? Wir freuen uns auf Ihre Post unter chefredaktion@manager-magazin.de.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend und Feiertag!

Herzlich, Ihr Sven Clausen

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