Samstag, 19. Oktober 2019

"Der Tag mit mm premium" Der Tag: Hugo Boss, ein lehrreicher Absturz und einige Hoffnungsträger

Die zweite Generation: Christoph Werner, neuer Chef des Drogerie-Konzerns dm.

wichtige Entscheidungen in unsicheren Zeiten - der Tag heute lieferte Beispiele, dass man das ganz unterschiedlich handhaben kann.

Die Wirtschaftsnews des Tages:

  • Die emotionale Variante: Der Drogerie-Unternehmer Götz Werner hat seinen Sohn Christoph (46) an die Spitze der Familienfirma dm gesetzt. Weil er das kommen sah, hatte vor ein paar Tagen der langjährige, sehr erfolgreiche dm-Chef Erich Harsch Hals über Kopf das Weite gesucht. Jetzt ist die Hoffnung, dass der Sohn es genauso gut kann wie Vater und Vorgänger.
  • Die Mia-san-mia-Variante: Uli Hoeneß hat zusammen mit Karl-Heinz Rummenigge den FC Bayern zu einer Weltmarke gemacht. Zuletzt aber fehlte der Fußballfirma Vitalität an allen Fronten. Zwei Männer aus dem Zirkel von Hoeneß und Rummenigge sollen demnächst für selbige sorgen: Ex-Adidas-Chef Herbert Hainer und Ex-Welttorwart Oliver Kahn.
  • Die halbmutige Variante: Die Taunus-Sparkasse und die Frankfurter Volksbank werden künftig in großem Stil gemeinsam Filialen betreiben. Das ist erst einmal mutig, weil bislang zwischen den beiden Lagern nicht viel ging. Die entscheidende Frage aber löst das nicht: Wie schaffen die Sparkässler und Genossenbanker, ihr Geschäftsmodell in das Internetzeitalter hinüberzuretten?
  • Die nur vordergründig sichere Variante: Der Mode-Konzern Hugo Boss könnte wie der FC Bayern ein paar frische Ideen sehr gut gebrauchen. Richten sollen dies künftig zwei Finanzprofis an der Spitze - wie unsere Recherchen ergeben haben. Nichts gegen diesen Berufsstand. Aber wenn er geballt auftritt, finden Kreative nicht immer Idealbedingungen vor.
Mehr Autos, als Daimler lieb ist: Der Fliegerhorst Ahlhorn, derzeit Mercedes-Parkplatz.
AUTO BILD/S.Beckefeldt
Mehr Autos, als Daimler lieb ist: Der Fliegerhorst Ahlhorn, derzeit Mercedes-Parkplatz.

Was sonst noch wichtig war:

  • Mein Kollege Wilfried Eckl-Dorna ist einem Mysterium nachgegangen. Mitten in Niedersachsen parkt Daimler tausende Luxusautos, mag aber nicht so recht erklären: Warum eigentlich? Dass die Hersteller weltweit schwierigen Zeiten entgegenfahren, zeigt unsere Grafik der Woche.
  • Die Ergrünung der CSU nimmt immer schrillere Züge an: Jetzt will die Landesgruppe im Bundestag eine Strafsteuer auf Flüge durchsetzen, die weniger als 50 Euro kosten.

Unsere Empfehlungen für den Abend:

  • Osram war einmal ein Prunkstück deutscher Industrie. Dann wollte Vorstandschef Olaf Berlien die Leuchtenfirma zum Hightechkonzern umbauen. Gute Idee, nur leider miserabel umgesetzt. Meine Kollegin Angela Maier hat recherchiert, wie es zu dem tiefen Fall kommen konnte - ein Lehrstück.
  • Und schließlich für unterwegs oder nebenbei: Wenn Sie wissen wollen, wann die selbstfahrenden Roboter-Autos kommen und welche Rolle die deutschen Unternehmen dabei spielen - in unserem Podcast erfahren Sie es.

Haben Sie Wünsche, Anregungen, Informationen, um die wir uns journalistisch kümmern sollten? Wir freuen uns auf Ihre Post unter chefredaktion@manager-magazin.de.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend!

Herzlich, Ihr Sven Clausen

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