"Der Tag mit mm premium" Der Tag: Eiseskälte im Sommer, Elektroautos, Jeff Bezos

der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Und deswegen ist die Gefahr groß, Donald Trumps wütenden Attacken zu wenig Aufmerksamkeit zu schenken - immerhin macht der US-Präsident das nun schon seit 30 Monaten mit einer Regelmäßigkeit, die schon mal ermüden kann. In der Weltwirtschaft aber hinterlassen seine Verbalattacken zunehmend Spuren, wie der Tag heute deutlich zeigt.

Die Wirtschaftsnews des Tages:

  • Dass die neue Eiseskälte in der Weltwirtschaft in Deutschland vor allem die Maschinenbauer und Auto-Hersteller trifft, die stark an Chinas Wachstum hängen, haben wir schon mehrfach analysiert. Aber vielleicht surren die Elektro-Mobile in den kommenden Jahren ja doch aus ihrer Nische heraus und sorgen für eine Sonderkonjunktur. Im ersten Halbjahr jedenfalls sind die Zulassungszahlen schon mal sehr stark gewachsen.
  • An die Rettung des Weltklimas scheint der reichste Mensch der Welt dagegen nicht mehr allzu viele Gedanken zu verschwenden. Amazon-Gründer und -Chef Jeff Bezos verkaufte Aktien im Wert von 1,8 Milliarden Dollar. Das Geld will er einsetzen, um mit seinem Raumfahrt-Start-up die Menschen von der Erde wegzubefördern, damit sie irgendwo anders gedeihlich weiterleben können.
  • Clemens Tönnies hat sich heute umfangreich für rassistische Aussagen entschuldigt. Das war auch absolut nötig. Sowieso - und weil auf den Fleisch-Unternehmer besonders viele Menschen schauen: Er ist immerhin auch Präsident des Fußball-Bundesligisten Schalke 04.
  • Was sonst noch wichtig war:

    • Eigentlich kann Großbritannien nach diesem Freitag nur noch eine Neuwahl des Unterhauses helfen. Denn seit heute ist die Mehrheit von Premier Boris Johnson dortselbst auf nur noch eine Stimme geschrumpft. Und schon zuvor war sein harter Brexit-Kurs in seiner eigenen Partei hoch umstritten.

    Unsere Leseempfehlungen für den Abend:

    Es war einmal: Einkaufszentrum in den Illinois/USA.

    Es war einmal: Einkaufszentrum in den Illinois/USA.

    Foto: WHITTEN SABBATINI/The New York Times

    • Wir hatten es ja eingangs schon: Sie sollten sich auf das Ende des langen Booms einstellen (und natürlich aber gern, wie wir auch, weiter auf das Gegenteil hoffen). Mein Kollege Mark Böschen hat zusammengetragen und analysiert, was das für Ihre Geldanlage bedeutet - und zehn Aktien gefunden, die ihm krisenfest erscheinen: Anlagestrategien zum Ende des Booms .
    • Vorsicht vor Maulhelden: Als der Warenhauskonzern Hudson's Bay Company 2015 beim deutschen Traditionshaus Kaufhof einstieg, konnten die Ankündigungen gar nicht glamourös genug sein. Inzwischen mussten sich die Kanadier wieder kleinlaut zurückziehen. Und jetzt verweigern sie ihren alten Kollegen auch noch Aktien, die sie eigentlich versprochen hatten.
    • Und schließlich, wenn Sie sich an Jeff Bezos von weiter oben erinnern, noch eine erfreuliche Entwicklung: Der Online-Gigant Amazon, der seine Marktmacht systematisch missbraucht, bekommt endlich und hoffentlich starke Konkurrenz. "How to beat Bezos"  - die Analyse aus dem "Economist", exklusiv für unsere Premium-Abonnenten.

    Haben Sie Wünsche, Anregungen, Informationen, um die wir uns journalistisch kümmern sollten? Wir freuen uns auf Ihre Post unter chefredaktion@manager-magazin.de. 

    Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend und: Machen Sie etwas aus Ihrem Wochenende!

    Herzlich, Ihr Sven Clausen