Samstag, 7. Dezember 2019

Tech-Einhörner nach Uber Das sind die nächsten Milliarden-IPOs

3. Teil: Softbank und Vision Fund: Die Gebührenorgie

Softbank Group CEO Masayoshi Son

Masayoshi Son (60) scheint nicht an den abnehmenden Grenznutzen von Kapital zu glauben. Der Chef des japanischen Tech-Unternehmens Softbank hat die 100 Milliarden Dollar seines ersten Vision Fund schon fast vollständig investiert, da ließ er seine Pläne für einen zweiten Vision Fund durchsickern. Und es verlautete, der ursprüngliche Vision Fund könne bald selbst an die Börse gehen. Dabei winken Son in den kommenden Monaten Milliardeneinnahmen, wenn er nach Ablauf der Haltefristen seine Anteile an Uber verkaufen kann.

Sollte der Vision Fund tatsächlich an die Börse kommen, müssen Anleger vor allem die Kosten im Blick haben. Denn die Gebühren für die bisherigen Fondsanleger sind horrend, hatte der prominente Gründer der Investmentgesellschaft Oaktree, Howard Marks, bereits 2017 vorgerechnet. Für jede 38 Cent, die Anleger in die Eigenkapital-Anteile des Fonds investieren dürfen, müssen sie 62 Cent in so geanannte Vorzugsanteile ("Preferred Units") stecken. Softbank selbst investiert nur in das Eigenkapital. Der japanische Konzern zahlt also nur 28 Milliarden Dollar ein, erhält aber 50 Milliarden des Eigenkapitals am Fonds. "Nimmt man Verwaltungsgebühren und Erfolgsbeteiligungen ('carried interest') dazu, könnte Softbank 60 bis 70 Prozent der Wertsteigerung erhalten", warnt Marks. Es wäre erstaunlich, wenn der findige Tech-Guru Son nicht auch bei einem Börsengang des Vision Fund vor allem sein eigenes Interesse im Blick haben sollte.

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