Editorial Babettes Befreiung aus der Sippenhaft

Über Jahrzehnte galt die Aldi-Familie als die wohl verschwiegenste Sippe der Republik. Bis auf einmal Bilder in der Klatschpresse auftauchten und die Albrechts sich öffentlich über die Medien den Krieg erklärten. Im Mittelpunkt immer wieder: Babette Albrecht, die Witwe des Aldi-Nord-Miteigners Berthold. Wer ist diese Frau, die ihre Verwandtschaft zur Weißglut treibt? Und warum tut sie das? Meine Kollegen Sören Jensen und Ursula Schwarzer nahmen die Spur der Aufmüpfigen auf, sprachen mit Freund, Feind und Familie und sogar Weggefährten aus ihrer Jugend. Über Babettes Feldzug gegen das deutsche Discountimperium lesen Sie in unserer Titelgeschichte "Die Rebellin" ab Seite 26.

Als der exzentrische John Legere vor knapp fünf Jahren bei der Telekom-Tochter T-Mobile US anheuerte, lautete der Auftrag: Sanier den Laden, damit wir ihn zu einem ordentlichen Preis loskriegen. Inzwischen hat Legere, der twitternde Rockstar unter den US-CEOs, derart viel richtig gemacht, dass Telekom-Chef Tim Höttges seine gesamte Strategie umstößt: Statt wie geplant in Europa über Zukäufe zu wachsen, wirft Höttges nun alle Kraft auf Amerika. Die Telekom ist auf dem besten Weg, eine US-Corporation zu werden, schreibt mein Kollege Philipp Alvares de Souza Soares. Schon heute steuert Legere fast die Hälfte zu Umsatz und Gewinn bei. Und beim Gehalt ist er ohnehin der Boss. 2016 verdiente Legere mindestens 45 Millionen Dollar. Und es könnte noch mehr werden, ab Seite 36.

manager-magazin.de / Wochit

Börsengänge brauchen eine Wachstumsstory. Und genau das ist das Problem für die Deutsche Bank, wenn sie demnächst ein Viertel ihrer Fondstochter Deutsche Asset Management zu Geld machen will. Insbesondere bei der früheren Ertragsperle DWS, den Publikumsfonds, ging es zuletzt drunter und drüber: Strategiechaos, Selbstbedienung, reihenweise Abgänge von Topleuten. Der Verdruss ist groß, auch bei den Kunden und Vertriebspartnern. Eine eher miese Börsenstory, wie meine Kollegen Tim Bartz und Mark Böschen meinen, ab Seite 72.

Manager gelten als verwöhnte Kaste - gepampert mit mondänen Büros, bequemen Transportmitteln, jeder Menge serviler Helfer und fürstlichen Gehältern. Doch es gibt auch eine andere Wahrheit. Für immer mehr Topkräfte endet die Karriere vorzeitig - im Eklat. Sie stürzen über verfehlte Ziele, Regelverstöße oder ihren Charakter. Wer einmal abserviert wurde, hat es in der gut vernetzten Deutschland AG schwer, wieder hochzukommen. Was man sich erlauben darf, damit die Vita nicht für immer ruiniert ist, und wie sich zähe Naturen zurückkämpfen, schildern Michael Machatschke und Martin Mehringer in ihrem Report ab Seite 76.

Einfach mal raus aus der Tretmühle, Wohnung kündigen, Rucksack packen und mit dem Laptop unterm Arm um die Welt ziehen. Und nur noch dort arbeiten, wo es Spaß macht - und W-Lan gibt: Chiang Mai, Saigon oder Pigeon Island. Sie halten solche Leute für Spinner? Digitale Nomaden sind zu einer echten Bewegung geworden, manche steuern inzwischen ganze Firmen von unterwegs. Unser Reporter Wolfgang Hirn hat sich dem Jungvolk angeschlossen und ist mitgereist.Mal schauen, ob er zurückkommt.

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