"Der Tag mit mm premium" Der Tag dem Undercover-Boss der Deutschen Bahn

natürlich war auch heute das Coronavirus eines der prägenden Themen. Der erste Fall in Deutschland betrifft einen Mitarbeiter des Autozulieferers Webasto. Dessen größtes Werk befindet sich mitten im Sperrgebiet in Wuhan (wie wir bereits vergangene Woche berichtet hatten) - der Mitarbeiter steckte sich allerdings bei einer chinesischen Kollegin in Bayern an.

Ansonsten reagierten etliche Konzerne heute: Goldman Sachs beorderte die Mitarbeiter in China ins Homeoffice, SAP lässt die dortigen Niederlassungen geschlossen, Volkswagen und Thyssenkrupp schränkte Dienstreisen ein. Und bei Apple gerät sogar der Zeitplan für das Billig-iPhone in Gefahr.

Die Wirtschaftsnews des Tages :

Windmacher: Ronald Pofalla verbreitet rhetorisch Tatendrang. Das reicht.

Windmacher: Ronald Pofalla verbreitet rhetorisch Tatendrang. Das reicht.

Foto: Steffen Roth / Agentur Focus

  • Die Deutsche Bahn weigerte sich heute aufgrund von Mängeln, neue IC-Waggons abzunehmen. Das lässt uns den Blick aufs große Ganze richten. Auf Deutschlands größten Staatskonzern und dessen Führungstruppe. Und wen sehen wir da? Ronald Pofalla, Ex-Kanzleramtschef und heute Allmächtiger im DB-Tower. Geschickt sichert er dem Unternehmen Berge von Steuergeld. Im Gegenzug produziert der Konzern epochale Versprechen: das angeblich "größte Wachstums- und Investitionsprogramm" in über 180 Jahren Bahn-Geschichte. Nur ist unklar, wie man wirklich besser werden soll. Der Undercover-Boss. 
  • Die Telekom, ebenfalls noch zum großen Teil in staatlicher Hand, kündigte heute an, rund jede fünfte ihrer eigenen Filialen zu schließen. 800 Stellen sollen damit eingespart werden.
  • Huawei kann sich dagegen freuen: Der chinesische Konzern, dessen künftige Rolle in Deutschland weiterhin umstritten ist, darf in Großbritannien beim Aufbau des 5G-Netzes helfen.
  • Bei SAP sind Frau Morgan und Herr Klein ja noch gar nicht so lange im Amt. Klar ist: Als CEOs wollen sie einiges anders machen.  Heute erhöhten sie erstmal die Jahresziele. Mehr Wachstum und mehr Gewinn.
  • Apropos einiges anders machen: Nach dem Desaster um die Boeing 737 Max freut sich der US-Konzern über den neuen Hoffnungsträger - die 777X. Nachdem erst Regen und dann Wind einen Start verhindert hatten, absolvierte sie am Wochenende ihren Erstflug. Der Härtetest kommt allerdings noch.
  • Und hier eine Meldung aus dem Markt für Elektroroller (aka Scooter), die hier nicht nur auftaucht, weil die Zeile so schön ist: Bird schluckt Circ. Die US-Firma schluckt also den deutschen Rivalen, zu dessen Gründern der Serienunternehmer Lukasz Gadowski zählt und der (wie Sie natürlich wissen) zuletzt ins Schlingern geraten war. 

Was uns sonst noch wichtig war:

Fristlos entlassen: Heike Egner verlor ihren Leitungsposten nach Anschuldigungen ohne Absender.

Fristlos entlassen: Heike Egner verlor ihren Leitungsposten nach Anschuldigungen ohne Absender.

Foto: Evelyn Dragan für manager magazin

  • Das Mobbing gegen Führungskräfte hat sich "zu einer populären Karrieremethode" entwickelt, wie Experten feststellen. Kantige Chefs (vor allem Chefinnen) werden zunehmend Opfer anonymer Vorwürfe. Insbesondere an Universitäten und großen Forschungseinrichtungen der Max Planck- oder Helmholtz-Gesellschaft hat es zuletzt spektakuläre Fälle dieses Mobbings von unten gegeben. Mission Rufmord. 

Unsere Empfehlung für den Abend (und eigentlich fürs Leben):

  • Im Jahr 2010 hat der berühmte Harvard-Professor Clayton Christensen vor seinen MBA-Absolventen einen legendären Vortrag gehalten, den er später aufgeschrieben hat. Der Managementvordenker, der vergangenen Donnerstag im Alter von 67 Jahren verstarb, erklärte seinen Studenten, wie sie berufliche und private Erfüllung finden und eine Strategie für ihr Leben aufsetzen. Ein moderner Klassiker - dessen Lektüre wir Ihnen sehr ans Herz legen. 

Haben Sie Wünsche, Anregungen, Informationen, um die wir uns journalistisch kümmern sollten? Wir freuen uns auf Ihre Post unter chefredaktion@manager-magazin.de. 

Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend!

Herzlich, Ihr Lukas Heiny

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