"Der Tag mit mm premium" Der Tag, an dem das Virus die Börse erreichte

wir haben an dieser Stelle schon häufiger über den Einfluss großer Nachrichtlagen auf die Finanzmärkte geschrieben. Meistens ging es da um politische Schocks (Brexit, Handelskrieg, Irankonflikt). Heute konnten wir beobachten, wie Nachrichten um die Ausbreitung des Coronavirus mit all den schrecklichen Folgen für die Betroffenen auch die Investoren verunsicherten. Regierungen und Unternehmen weltweit reagierten mit Evakuierungs- und Krisenplänen. An den Börsen brachen die Kurse ein, der Dax sogar deutlich. Klassische Krisenwährungen wie der Schweizer Franken oder Gold dagegen stiegen im Preis, genauso wie Aktien von Mundschutz- und Impfstoffherstellern. Die Gesundheitsrisiken in Deutschland schätzen Experten weiterhin als "sehr gering" ein - die Börse aber hat das Virus schon erreicht. Wollen wir hoffen, dass uns die Reaktion dort im Nachhinein "irrational" vorkommt.

Die Wirtschaftsnews des Tages :

Daimlers EQC auf dem Prüfstand: Modelle wurden wegen fehlender Batterien nicht ausgeliefert.

Daimlers EQC auf dem Prüfstand: Modelle wurden wegen fehlender Batterien nicht ausgeliefert.

Foto: Daimler

  • What the Zell!? Haben sich Deutschlands Autobauer beim Aufbruch in die Elektrozukunft verzockt? Zumindest droht ihnen eine veritable Batteriekrise, es gibt schlicht nicht genug Zellen (schon gar nicht in hoher Qualität). Bis 2025 bräuchte es allein in Europa Zellen mit 260 Gigawattstunden Energie, um die CO2-Ziele zu erfüllen. Produziert werden können aber nur Zellen mit 160 Gigawattstunden - wenn die durchaus ambitionierten Pläne denn aufgehen. Unsere Analyse: Akku leer. 
  • Aktuelles Beispiel: Audis e-tron. Noch in der vergangenen Woche freute sich Konzernchef Herbert Diess, dass das Elektroauto "erfolgreich gestartet" sei. Heute hören wir, dass Audi in einem e-tron-Werk Kurzarbeit einführt. Grund: Probleme mit den Batterien und den entsprechenden Zulieferern.
  • Womöglich war es also richtig, dass Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier das Thema schon vor Monaten ganz oben auf seine politische Wunschliste gesetzt hat und bereit ist, Milliarden an Subventionen zu zahlen. Um diese staatlichen Gelder hat sich nun offenbar auch Tesla beworben.
  • Kehrtwende der deutschen Industrie. In der Diskussion um den Ausbau des 5G-Netzes ist der Präsident des BDI plötzlich doch gegen eine Beteiligung des chinesischen Huawei-Konzerns.
  • Ansonsten ist die Stimmung in der deutschen Wirtschaft überraschend schlecht. Der ifo-Geschäftsklimaindex sank im Januar - obwohl fast alle Beobachter mit dem dritten Anstieg in Folge gerechnet hatten.

Was uns sonst noch wichtig war:

Chef gesucht: Personalberater suchen eine oder einen CEO.

Chef gesucht: Personalberater suchen eine oder einen CEO.

Foto: ollo/ Getty Images

  • Dass der Modehändler P&C ein Problem hat? Bekannt. Schließlich hatte man einen Trupp von McKinsey durch die Umkleidekabinen gejagt. Nach dem Rückzug des Clanchefs Harro Uwe Cloppenburg sollte eigentlich dessen Sohn Patrick die Wende bringen. Brachte er aber nicht. Und so wird nun das Management neu sortiert. P&C sucht erstmals einen familienfremden Anführer. 
  • Ähnlich wie die Kaufhäuser in den Fußgängerzonen ist auch die Wahl zur "Miss Germany" eine leicht angestaubte deutsche Institution. Und auch hier ist ein Neustart geplant - mit Hilfe eines Familienbetriebs aus Oldenburg.
  • Jedes Jahr schätzt das Stockholmer Friedensinstitut Sipri, wer auf dieser Welt wieviele Waffen produziert. China war dabei bislang ein blinder Fleck. Nun hat Sipri erstmals auch Zahlen für die Volksrepublik vorgelegt. Gewaltige Zahlen.

Unsere Empfehlung für den Abend:

Trauer um eine Legende: Kobe Bryant, genannt "Black Mamba".

Trauer um eine Legende: Kobe Bryant, genannt "Black Mamba".

Foto: Lucy Nicholson/ REUTERS

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Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend!

Herzlich, Ihr Lukas Heiny

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