"Der Tag mit mm premium" Der Tag mit der umtriebigsten Unternehmerfamilie

vor einem halben Jahrtausend, im Jahre des Herrn 1513, begann in einer Eisenhütte in der Eifel die Unternehmensgeschichte der Schoellers. Ihre Nachkommen waren Stahlbarone, Teppich- und Papierfabrikanten. Einige erfanden die Getränkekisten aus Plastik, einige wurde reich mit Zucker, ein Schoeller war an der Gründung der Deutschen Bank beteiligt, ein anderer gründete einen der größten Schiffsdienstleister der Welt.

Nun gibt es viele unternehmerische Großfamilien in Deutschland: die Henkels, die Haniels, die Brenninkmeijers oder die Werhahns. Aber keine ist so umtriebig und gleichzeitig so unbekannt wie die Schoellers - dabei besitzen die nicht mal ein gemeinsames Unternehmen. Nun versucht die weitverzweigte Sippe, ihre Kräfte zu bündeln. Wir stellen Ihnen - als Lesestück zum Wochenende sozusagen - die Schoellers vor: Die Gründer vom Dienst. 

Das sind sie, die Schoellers: Seit 1894 trifft man sich alle drei Jahre.

Das sind sie, die Schoellers: Seit 1894 trifft man sich alle drei Jahre.

Foto: Schoeller e.V.

Was heute noch wichtig war - die Wirtschaftsnews des Tages:

  • Der i3 ist für BMW nicht irgendein Auto. Zwar wurden seit 2013 nur rund 150.000 Stück verkauft - aber das Elektromodell ist ein Symbol. Anfangs galt es als mutigstes Zukunftsprojekt der deutschen Autoindustrie. Später wurde es zum Symbol der Überforderung eines Konzerns und seines Topmanagements - das i-Projekt als Sinnbild für den Systemabsturz bei BMW.  Vor kurzem noch erklärten wichtige Konzernmanager, die Produktion werde eingestellt. Und heute kommt Oliver Zipse (also der Vorstandschef) daher und sagt: nix da, wir machen weiter.
  • Beunruhigende Daten erreichen uns aus China. Das Wachstum hat sich unerwartet stark verlangsamt und ist auf den niedrigsten Stand seit fast drei Jahrzehnten gefallen. Im dritten Quartal legte die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt nur noch um 6,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zu. Das passt zu den Prognosen dieser Woche, als der IWF (global) und die Bundesregierung (national) ihre Vorhersagen gesenkt hatten.
  • Die Investoren Bain Capital und Advent planen vorerst kein weiteres Übernahmeangebot für den Beleuchtungskonzern Osram. Zugleich startet der österreichische Sensorspezialist AMS einen neuen Anlauf zur erst vor wenigen Tagen gescheiterten Übernahme.
  • Die Folgen der Thomas-Cook-Pleite bekommen die Kunden noch heftiger zu spüren als ohnehin schon gedacht. Der gebuchte Urlaub ist eh geplatzt. Und wer gehofft hatte, zumindest (einen Teil) seines Geldes wieder zu bekommen, muss feststellen: Nun lassen einen auch die Banken hängen.

Welche Themen uns sonst noch wichtig waren:

Nur noch 19.-beliebteste Fluglinie der Welt: British Airways.

Nur noch 19.-beliebteste Fluglinie der Welt: British Airways.

Foto: REUTERS

  • British Airways ist ein Mythos in der Luftfahrt. Doch vom Nimbus ist nicht mehr viel übrig. Nicht nur, weil die stolze Marke inzwischen zum IAG-Reich gehört. In der Gunst der Passagiere ist BA von der Weltspitze in die Tiefen des "ferner liefen" abgerutscht. Und nun sind auch noch die Gewinne in Gefahr. Seit Urzeiten verfügt British Airways nämlich über ein Quasi-Monopol im attraktivsten Luftfahrtmarkt Europas: in London. Nun wird diese Vormachtstellung bei den Landerechten in Heathrow (und damit die Basis des Erfolgs) attackiert. Wir empfehlen unseren premium-Abonnenten jeden Freitag ausgesuchte Originaltexte aus dem aktuellen "Economist", heute eben die sehr gute Analyse über die Turbulenzen bei British Airways. 
  • In den USA traten heute die Strafzölle auf EU-Produkte in Kraft, die als Vergeltung für die Subventionen für den Flugzeugbauer Airbus gedacht sind. Acht Seiten umfasst die Liste der Waren, für die nun 25 Prozent Zoll fällig werden: Wein aus Deutschland und Frankreich, Parmesan aus Italien, Olivenöl aus Spanien, Butter aus Irland, Whisky aus Schottland... Sollen die Amerikaner nur noch Burger essen?

Unsere Leseempfehlung für den Abend:

Einst Piratennest: Die Privatinsel Frégate im Pazifischen Ozean.

Einst Piratennest: Die Privatinsel Frégate im Pazifischen Ozean.

  • Wenn Sie so richtig was auf sich halten, schlagen wir Ihnen ein Immobilieninvestment vor: eine Privatinsel. Eigentlich haben alle eine: Richard Branson, Larry Ellison, Bernard Arnault. Einige lieben nur die Ruhe am komplett eigenen Strand. Andere schaffen Naturparadiese, um seltenen Arten zum Überleben zu verhelfen. Wieder andere hoffen auf Schutz vor den Wirren da draußen, jenseits des Horizonts. Wir haben die Welt der Privatinseln besucht, unter anderem waren wir beim Milliardär Otto Happel auf Frégate (Seychellen). Die letzten Bollwerke der Milliardäre. 

Haben Sie Wünsche, Anregungen, Informationen, um die wir uns journalistisch kümmern sollten? Wir freuen uns auf Ihre Post unter chefredaktion@manager-magazin.de. 

Genießen Sie Ihren Abend!

Herzlich, Ihr Lukas Heiny