"Der Tag mit mm premium" Der Tag des Deals

heute vor 1210 Tagen beschlossen die Briten, die Europäische Union zu verlassen. Seitdem ging es hin und her, meistens laut und selten leise, das Wort "Brexit" konnten viele schon nicht mehr hören. Aber: "Wo ein Wille ist, da ist ein Deal - wir haben einen", freute sich heute EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker. Boris Johnson jubelte sogar über einen "great new deal that takes back control".

Deal! Boris Johnson (links) schüttelt Jean-Claude Juncker (rechts).

Deal! Boris Johnson (links) schüttelt Jean-Claude Juncker (rechts).

Foto: Francisco Seco/ AP

Klar, es ist nicht der erste Deal (auch Theresa May hatte schon mal einen ausgehandelt, Sie erinnern sich). Und klar, auch dieser Vertrag muss erst noch angenommen werden (vor allem ausnahmsweise mal vom britischen Parlament, das - immerhin - erstmals seit 1982 an einem Samstag zusammenkommen will). Die Buchmacher jedenfalls bieten durchaus Wetten an, dass doch noch alles platzt. We'll see.

Wir haben diesen Brexit-Tag mit allen wesentlichen Reaktionen in unserem Newsticker für Sie zusammengefasst. Die Highlights: Juncker verspricht, am 31.10. sei Schluss, endgültig. Seine Nachfolgerin Ursula von der Leyen findet den Deal gut, Bundeskanzlerin Angela Merkel, Emmanuel Macron und die Iren auch. Die deutsche Wirtschaft? Reagiert abwartend. Die Schotten? Sind dagegen. Genau wie die Brexit-Hardliner um Nigel Farage. Und Labour-Führer Jeremy Corbyn spricht gar von "Ausverkauf", Johnsons Deal sei noch schlechter als Mays.

Gern können Sie sich selbst ein Bild machen: Hier erklären wir Ihnen, worauf man sich verständigt hat - die wichtigsten Punkte von Binnenmarkt über Mehrwertsteuer bis zur leidigen Nordirland-Frage. Das komplette Dokument im Original finden Sie übrigens hier. 

Was heute noch wichtig war - die Wirtschaftsnews des Tages:

Welche Themen uns sonst noch wichtig waren:

Die Investoren aus Asien und den USA sagen Helene von Roeder oft: "Hebt doch einfach die Preise!"

Die Investoren aus Asien und den USA sagen Helene von Roeder oft: "Hebt doch einfach die Preise!"

Foto: Marcel Maffei

  • Deutschlands beste Finanzchefin ist Helene von Roeder. Ihre Kapitalmarktkommunikation ist besser als die aller anderen CFO der Dax-Welt. Dabei arbeitet sie bei Vonovia - und damit in einer Branche, die sich aktuell im Zangengriff von Politik und aufgebrachten Mietern befindet. Gelegentlich muss die Managerin US-Investoren daher die Bedeutung von Worten wie "Mietendeckel" erklären. Unser ausführliches Porträt: Helene von Roeder, Darling der Investoren. 
  • Die Internationale Energie-Agentur (IEA) kümmert sich eigentlich um die ganz großen Trends der Energiewelt, um Ölkrisen, Atomkraftkrisen, solche Sachen. In diesem Jahr schlägt sie SUV-Alarm. Die Sportgeländewagen nämlich seien "allein verantwortlich für das Wachstum der Ölnachfrage durch PKW um 3,3 Millionen Fass pro Tag". Das dürfte die ohnehin hitzige Debatte um die SUV weiter anheizen.

Unsere Leseempfehlung für den Abend:

Nur mit Zwischenprüfung zum Professor Professor Dr. Dr.: Niels Brabandt.

Nur mit Zwischenprüfung zum Professor Professor Dr. Dr.: Niels Brabandt.

Foto: Marina Rosa Weigl

  • Niels Brabandt ist Coach und Berater, er bietet gut besuchte Seminare an, tritt auf Messen auf, berät Unternehmen wie die Commerzbank. Fachgebiet: Führungsfragen. Er stellt sich dabei mit vielen akademischen Titeln vor, verweist auf Abschlüsse an der Eliteuni in Harvard, auf Doktortitel und Professorentätigkeiten. Nur: An der Echtheit dieser Weihen gibt es Zweifel, ein Beraterkollege macht Jagd auf den doppelten Professor. Unseren premium-Abonnenten bieten wir diese Recherche aus dem aktuellen SPIEGEL exklusiv zur Lektüre: Ein Blender und seine erstaunliche Karriere. 

Haben Sie Wünsche, Anregungen, Informationen, um die wir uns journalistisch kümmern sollten? Wir freuen uns auf Ihre Post unter chefredaktion@manager-magazin.de. 

Genießen Sie Ihren Abend!

Herzlich, Ihr Lukas Heiny