"Der Tag mit mm premium" Der Tag mit Ceconomy und einem Bruderstreit

entsteht irgendwo ein Machtvakuum, bleibt nicht etwa Leere. Neue Kräfte versuchen, die sich bietende Chance zu nutzen und selbst zur neuen Macht aufzusteigen. Geostrategisch erleben wir das derzeit in Nordsyrien: Mit dem Rückzug der US-Armee drängen nicht nur türkische Soldaten, sondern auch Assads Männer, IS-Kämpfer, Russen und Iraner nach vorn. Eine brisante Gemengelage samt humanitärer Tragödie.

Und die Dynamik begrenzt sich nicht nur aufs Militärische. Auch in der Wirtschaft sind die Kettenreaktionen zu spüren. Die USA drohen mit Sanktionen gegen die Türkei; und Volkswagen legt die fest beschlossene Milliardeninvestition in dem Land auf Eis. Leere bleibt auch hier nicht: Sofort wittern die früheren Konkurrenten um den Standort der VW-Fabrik eine neue Chance - Bulgarien und Rumänien buhlen erneut um die Ansiedlung, teils mit verdoppelten Subventionen. Wo es Verlierer gibt, gibt es Gewinner. Nur ein Nullsummenspiel ist das alles nicht. Am Ende bleiben wohl mehr Verlierer.

Was heute wichtig war - die Wirtschaftsnews des Tages:

Verheerende Bilanz nach nur gut 200 Tagen: Jörn Werner.

Verheerende Bilanz nach nur gut 200 Tagen: Jörn Werner.

Foto: Ceconomy

  • Dass es bei Ceconomy, der börsennotierten Mutterfirma von Mediamarkt und Saturn, nicht rund läuft? Kein Geheimnis. Dass sich Vorstandschef Jörn Werner interne Machtkämpfe lieferte und eher ungeschickt agierte? Logo, haben wir selbst drüber berichtet. Als unsere Kollegin Margret Hucko aber hörte, wie Werner kürzlich während einer Präsentation seiner Reformpläne von Aufsichsratschef Jürgen Fitschen abgewatscht wurde, noch bevor er überhaupt fertig war, hat sie weiter recherchiert. Ergebnis: Werner wird schon nach gut 200 Tagen im Amt gehen müssen.  Ceconomy sah sich aufgrund unserer Recherchen gestern Abend noch genötigt, eine Adhoc-Meldung an die Aktionäre zu versenden.
  • Aufgrund einer massiven IT-Störung musste Porsche vorübergehend seine Produktion einstellen. Und zwar sowohl im Stammwerk Zuffenhausen als auch in Leipzig. Natürlich wurde sofort über einen Hackerangriff spekuliert, Porsche erklärte jedoch, der Serverausfall habe interne Gründe. (Und nun stellen Sie sich mal vor, Sie seien der arme Tropf, der versehentlich auf den falschen Knopf gedrückt hat.... nicht schön.)
  • Die deutsche Tochter des Reisekonzerns Thomas Cook zieht den Antrag auf einen staatlichen Rettungskredit zurück. Sie wagt das Sanierungs-Solo.
  • Über ihre Tochter Clevershuttle betreibt die Deutsche Bahn einen Mobilitäts- und Fahrdienstservice in Großstädten. Ohne großen Erfolg: Gerade erst zog man sich aus drei deutschen Metropolen wieder zurück. Nun präsentiert Clevershuttle einen weiteren Gesellschafter: den japanischen Mischkonzern Mitsui.

Was sonst noch wichtig war:

Unsere Leseempfehlung für den Abend:

Juristischer Erfolg nach zehn Jahren: August Baron von Finck.

Juristischer Erfolg nach zehn Jahren: August Baron von Finck.

Foto: picture alliance / dpa

  • Die Familie des erzkonservativen August Baron von Finck zählt zu den 25 reichsten in Deutschland (wie Sie der Liste mit den 1001 größten deutschen Vermögen  entnehmen können). Ihre Unternehmensbeteiligungen, Immobilien und riesigen Ländereien summieren sich auf einen Wert von 5,8 Milliarden Euro, sehr zurückhaltend geschätzt. Zehn Jahre lang stritt der Baron mit seinem Halbbruder Helmut (einem einst Drogen nehmenden Bhagwan-Jünger) um das Erbe ihres Vaters. Nun siegte er vor Gericht. 

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Genießen Sie Ihren Abend!

Herzlich, Ihr Lukas Heiny

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