"Der Tag mit mm premium" Der Tag mit fast prügelnden Bankern in der Schweiz

tja, manchmal sind es eben die kleinen Dinge, die sich zu großen entwickeln. So ist aus ein bisschen Baulärm und drei neu gepflanzten Bäumen in Herrliberg an der Goldküste des Zürichsees das geworden, was nun als Spionageskandal der Credit Suisse firmiert. Eine Posse, die zwei der bekanntesten und erfolgreichsten Banker des Landes nachhaltig beschädigt: den amtierenden CEO Tidjane Thiam und dessen ehemaligen Vermögensverwaltungschef und Star Iqbal Khan.

Als nämlich der eine Nachbar des anderen wurde, nahmen die Dinge ihren Lauf. Samt Fastprügelei, Detektiven, Drohungen und inzwischen einer offiziellen Stellungnahme der Bank, in der sie die Beschattung Khans einräumt. Die wirklich schönen (oder je nach Perspektive unschönen) Details haben wir Ihnen hier zusammengetragen.

Was heute wichtig war - die Wirtschaftsnews des Tages:

Verliert wichtige Verbündete: Ex-Skistar Willy Bogner.

Verliert wichtige Verbündete: Ex-Skistar Willy Bogner.

Foto: Julian Baumann / DER SPIEGEL

  • Aufruhr bei Willy Bogner. Der Gründer tauchte wochenlang ab, während Ermittlungen der Steuer- und Strafbehörden Arbeit und Atmosphäre bei dem Sportmodehersteller so sehr belasten, dass prominente Aufsichtsräte hinschmeißen. Schwergewichte wie Wolfgang Reitzle suchen das Weite. Und gleichzeitig taucht aus dem Hintergrund eine ambitionierte Erbin auf, die ebenfalls für Unruhe sorgt. Wo ist Willy? 
  • Die Commerzbank baut um. Nach den drastischen Sparankündigungen aus der vergangenen Woche, bestimmte der Aufsichtsrat heute eine neue Finanzchefin: Bettina Orlopp, seit 2017 im Vorstand, wird CFO der Bank.
  • Eine andere Frau geht: Sabine Lautenschläger wird das Direktorium der Europäischen Zentralbank verlassen. Die Deutsche, deren Vertrag eigentlich noch zwei weitere Jahre gelaufen wäre, ist eine Kritikerin von Mario Draghis expansiver Geldpolitik.
  • Ebenfalls gehen wird Devin Wenig, bislang Ebay-Chef. Warum das interessant ist? Unter anderem, weil einer der Hauptgründe Differenzen mit den aktivistischen Investoren von Elliott Partners sind, die ja auch bei etlichen deutschen Konzernen investiert sind (Bayer, Scout24, Thyssenkrupp, um nur einige zu nennen).
  • Die Aufräumarbeiten nach der Pleite des Touristikriesen Thomas Cook gehen weiter. Condor und die deutsche Tochter beginnen mit der Investorensuche. Die wichtigsten Entwicklungen im Überblick.
  • Der angeschlagene Maschinenbauer Gea verschärft sein Sparprogramm. Statt wie bisher geplant 220 will Vorstandschef Stefan Kleubert nun 800 Stellen streichen.
  • Nach mehreren Fällen bei anderen europäischen Geldhäusern steuert jetzt auch die niederländische Großbank ABN Amro auf einen Geldwäsche-Skandal zu. Die seit der Finanzkrise verstaatlichte Bank kündigte an, mit den Ermittlern zusammenzuarbeiten. An der Börse brach der Kurs teilweise um mehr als zehn Prozent ein.

Was sonst noch wichtig war:

  • Natürlich: Geld ist nicht alles, wissen wir. Aber so ganz unwichtig ist die Höhe des Gehalts auch nicht. In diesem Ranking stellen wir Ihnen die Top 20 der bestzahlenden Unternehmen Deutschlands vor (und zwar nicht für einzelne Spitzenjobs sondern im Median-Wert für alle angebotenen Jobs über 12 Monate). Achtung, Spoiler: Das höchste Einkommen liegt demnach bei 94.440 Euro, brutto allerdings.

Unsere Leseempfehlung für den Abend:

Will weiter schlachten: Clemens Tönnies.

Will weiter schlachten: Clemens Tönnies.

Foto: Stefan Thomas Kroeger/laif

  • "Clemens Tönnies ist eine dankbare Prangerfigur", freut sich Edmund Haferbeck von der Tierschutzorganisation Peta. "Nicht nur weil er der größte Schlachter der Republik und als Schalke-Funktionär bekannt ist, sondern weil er nicht bereit ist, etwas zu verändern." In der Tat sieht sich Tönnies einer eigentümlichen Phalanx von Gegnern gegenüber (Tierschützer, Gewerkschafter, Antirassisten, Fußballfans). Sein härtester Gegner ist jedoch nach wie vor sein Neffe Robert. Der schon legendäre Schlachterstreit eskaliert gerade wieder. Es geht unter anderem um die Frage, ob das Unternehmen nicht besser verkauft würde. Der Gott des Gemetzels. 

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Genießen Sie Ihren Abend!

Herzlich, Ihr Lukas Heiny