"Der Tag mit mm premium" Der heiße Tag mit EZB und VW

natürlich, das Thema das Tages (auch bei uns auf den Redaktionsfluren) waren die Sommertemperaturen. In unserer Kantine gab es Domino-Eis - und etliche Kollegen in Kleidung, die sie nie zuvor im Büro getragen haben. Grund genug, noch einmal einen unserer Klassiker herauszuholen: Warum Kurzarmhemden ein No-Go sind, erklärt von der Imageberaterin Katharina Starlay, die auch Mitglied im Deutschen Knigge-Rat ist.

Und nun die Wirtschaftsnews des Tages:

Es seien "signifikante geldpolitische Impulse" notwendig, sagte Mario Draghi heute.

Es seien "signifikante geldpolitische Impulse" notwendig, sagte Mario Draghi heute.

Foto: Arne Dedert/ dpa

  • Die Europäische Zentralbank belässt den Leitzins auf dem Rekordtief von null Prozent - und kündigt wegen der getrübten Konjunkturaussichten sogar weitere Senkungen an. Mindestens über die erste Hälfte des Jahres 2020 würden die Zinsen auf aktuellem Niveau oder "darunter" bleiben. Für EZB-Chef Mario Draghi war es eine der letzten regulären Sitzungen. Christine Lagarde halte er übrigens für eine ausgezeichnete Nachfolgerin, erklärte er, er kenne sie schon sehr lange - "vielleicht länger als sie und ich uns eingestehen wollen".
  • Die Notenbank der Türkei senkt ihren Leitzins schon jetzt kräftig (um mehr als 4 Prozentpunkte!) - so wie es Staatschef Erdogan gefordert hatte, bevor er in Autokraten-Manier den Notenbankchef feuerte. Angesichts der hohen Inflation widerspricht das jedem Lehrbuch.

Die (eher trüben) Unternehmensmeldungen des Tages:

  • Der Elektronikhändler MediaSaturn streicht 600 Stellen . Damit setzt Unternehmenschef Ferran Reverter seinen radikalen Sparkurs fort, über den wir bereits im März berichtet hatten: Der Radioaktivist auf dem Chefsessel. 
  • Auch beim Kamerahersteller Leica werden Stellen gestrichen. Statt des geplanten Börsengangs muss Mehrheitseigner Andreas Kaufmann erstmal erneut umstrukturieren. Knick in der Optik. 
  • Auf schlechtere Zeiten stellte auch BASF-Chef Martin Brudermüller die Investoren ein. Besonders im Automobilsektor, der wichtigsten Kundengruppe des Chemiekonzerns, sieht er schwarz. Immerhin schließt er vorerst aus, mehr als die verkündeten 6000 Jobs abzubauen. Und um die Aktionäre bei Laune zu halten, soll auch die Dividende weiter steigen.
  • Richtig mies lief es auch bei Tesla. Der Verlust fiel mit 408 Millionen Dollar mehr als doppelt so hoch aus wie erwartet - der Aktienkurs brach daraufhin um zeitweise zehn Prozent ein. Lesen Sie hier die Meldung zu den Hintergründen und hier unseren Kommentar: Glaubt Elon Musk nicht mehr!
  • Richtig gut dagegen lief es bei Volkswagen. Während die meisten Autobauer im zweiten Quartal mit Problemen kämpften, konnte der VW-Konzern den Umsatz um 7 Prozent und den Gewinn gar um 30 Prozent (auf 5,1 Milliarden Euro) im Vergleich zum Vorjahr steigern.
  • Einen Erfolg feierte heute auch der Fahrradtaschen-Hersteller Ortlieb. Im Markenstreit mit dem US-Giganten Amazon siegte der Mittelständler vor dem Bundesgerichtshof. Dem Onlineriesen ist es nun untersagt, Kunden mit dem Namen "Ortlieb" auf Konkurrenzangebote zu locken. Für die Markenhersteller ist das ein wichtiger Erfolg. Mit welchen Methoden nämlich Amazon eine Branche nach der anderen unterwirft, können Sie in unserer großen Analyse nachlesen: Die Bezos-Doktrin. 

Was sonst noch wichtig war:

  • Alarmierende Zahlen erreichten uns heute durch eine Studie der Krankenkasse DAK. Die Zahl der Krankschreibungen wegen psychischer Probleme hat sich in Deutschland in den vergangenen 20 Jahren mehr als verdreifacht (die wenigsten gibt es übrigens in Bayern, die meisten im Saarland). Am häufigsten quälen Arbeitnehmer Depressionen, gefolgt von Anpassungsstörungen.
  • Woran liegt das? Warum sind Frauen mehr betroffen? Welche Rolle spielt die Digitalisierung? Darüber haben wir ausführlich mit der Gesundheitsexpertin Sabine Winterstein gesprochen.

Und noch etwas Menschliches für den sommerlichen Abend:

Würde lieber auch mal wieder einen Sommerabend genießen: Bernard Madoff.

Würde lieber auch mal wieder einen Sommerabend genießen: Bernard Madoff.

Foto: Credit: Hiroko Masuike/ Getty Images

  • Bernie Madoff, 81, der zu 150 Jahren Gefängnis verurteilte Jahrhundertbetrüger von der Wall Street, bittet US-Präsident Donald Trump um eine Verkürzung seiner Haftstrafe. Es gehe dabei keineswegs um Gnade - aber Mr. Madoff wolle sein Leben eben in Freiheit beenden, hieß es.

Haben Sie Wünsche, Anregungen, Informationen, um die wir uns journalistisch kümmern sollten? Wir freuen uns auf Ihre Post unter chefredaktion@manager-magazin.de. 

Genießen Sie Ihren Abend!

Herzlich, Ihr Lukas Heiny