"Der Tag mit mm premium" Der Tag mit vielen roten Zahlen und dem Hoeneß-Nachfolger

Es war ein Tag der roten Zahlen:

Überraschend hoch: der Verlust der Deutschen Bank.

Überraschend hoch: der Verlust der Deutschen Bank.

Foto: DPA

  • Dominierendes Thema waren die Milliardenverluste der Deutschen Bank: 3,1 Milliarden Euro Minus im zweiten Quartal - mehr als erwartet. Auf unserer Homepage war das heute die mit Abstand meistgelesene Geschichte, und an der Börse war die Bank mal wieder der größte Verlierer im Dax. Wie sich die Verluste erklären lassen (nämlich maßgeblich durch den beschlossenen Radikalumbau), lesen Sie hier.
  • Und das ist der Mann, der hinter dem Radikalumbau steckt: Alexander von zur Mühlen, neuer Strategiechef der Bank,  Sewings Chefsanierer. Er hat sich den historischen (und teuren) Umbauplan ausgedacht.
  • Wie die Deutsche Bank meldet auch Daimler einen Milliardenverlust fürs zweite Quartal: Minus 1,2 Milliarden Euro. Ursache sind hier vor allem Sonderlasten, genauer: Rückstellungen für Klagen und Strafen infolge des Dieselskandals und für Rückrufe defekter Autos. Konzernchef Ola Källenius will nun das Sparprogramm noch weiter verschärfen.
  • Milliarden-Loser Nummer drei: Boeing. Der US-Flugzeugbauer leidet unter dem Flugverbot für die Skandalflieger 737 Max (und schafft es außerdem nicht, die Zeitpläne beim neuen Großraumjumbo 777 einzuhalten). Die Folge: 2,9 Milliarden Dollar Minus.

Was heute sonst noch wichtig war - die Wirtschaftsnews des Tages:

"Psychopath der Performance" - Carlos Tavares über sich selbst.

"Psychopath der Performance" - Carlos Tavares über sich selbst.

Foto: Steffen Roth für manager magazin

  • Richtig gut dagegen sind die Zahlen, die der Autobauer PSA präsentierte. Mit einer Rendite von 8,7 Prozent hängen die Franzosen sogar die deutschen Hersteller ab - auch dank der neuen Tochter Opel. Der durchaus ausgeprägte Sparwille von Vorstandschef Carlos Tavares zahlt sich also aus (auch wenn PSA in wichtigen Zukunftsfragen noch nicht wirklich weiter gekommen ist). Nur zu gern bieten wir Ihnen noch einmal unsere Analyse über den Tavares-Kurs an: Was der härteste Automanager Europas jetzt vorhat. 
  • Wie die Kollegen vom NDR und Bayerischen Rundfunk herausfanden, haben Hacker der (mutmaßlich chinesischen) Gruppe Winnti mehr deutsche Unternehmen ausspioniert als bislang bekannt. Mindestens sechs Dax-Konzerne sollen betroffen sein: Siemens, Bayer, BASF, Henkel, Covestro und ThyssenKrupp, die das Eindringen der Hacker teilweise bestätigten.
  • In den USA kommt die Fusion der Telekom-Tochter T-Mobile US mit dem Konkurrenten Sprint offenbar entscheidend voran. Das US-Justizministerium wird den Zusammenschluss wohl demnächst genehmigen - allerdings unter Auflagen.
  • Außerdem hat das US-Justizministerium verkündet, Kartellermittlungen gegen die großen Tech-Konzerne zu eröffnen. Zentrale Frage: Haben die Riesen ihre Marktmacht missbraucht? Namen nannte die Behörde nicht - aber es ist klar, dass sich die Untersuchung mindestens mal gegen Facebook, Google und Amazon richtet.
  • Facebook hat sich mit der US-Handelsaufsicht FTC geeinigt, in Folge des Datenskandals um Cambridge Analytica eine Rekordstrafe von 5 Milliarden Dollar zu zahlen. Außerdem hat die Behörde für die nächsten zwanzig Jahre Auflagen zum Datenschutz (und eine Entmachtung von Mark Zuckerberg in diesen Fragen) durchgesetzt.

Die Personalie des Tages:

Der eine soll dem anderen folgen: Herbert Hainer und Uli Hoeneß.

Der eine soll dem anderen folgen: Herbert Hainer und Uli Hoeneß.

Foto: DPA; Getty Images

  • Natürlich hätte die Person des Tages heute wie gestern Boris Johnson sein können. Seine Verbeugung vor der Queen kann man durchaus als historisch bezeichnen. Mindestens ebenso historisch allerdings ist der bevorstehende Abgang von Uli Hoeneß beim FC Bayern. Der Vereinsboss will zwar erst Ende August über seine Zukunft Auskunft geben, aber heute machten Berichte über seinen Rückzug die Runde. Und nach unseren Informationen steht auch schon ein Nachfolger bereit: der frühere Adidas-Chef und Hoeneß-Intimus Herbert Hainer.

Unsere Empfehlungen für den Abend:

Auf Kollisionskurs? Festgesetzter britischer Tanker in der Straße von Hormus.

Auf Kollisionskurs? Festgesetzter britischer Tanker in der Straße von Hormus.

Foto: Getty Images

  • Seit Tagen schwelt die Krise am Persischen Golf. Sogar ein Krieg um die wichtigste Ölroute der Welt nicht mehr ausgeschlossen. Angesichts der vielen Kriegsschiffe und Soldaten in der Region und der Nervosität (und Unerfahrenheit, siehe Johnson) der Oberbefehlshaber könnte es zum Knall kommen. Ökonomisch rational wäre das nicht - für keinen der Beteiligten: für den Iran nicht, für die USA und Großbritannien nicht, selbst China und Russland würden wirtschaftlich verlieren. Warum? Wir empfehlen unsere Analyse: Die Ökonomie des Persischen Golfs. 

Haben Sie Wünsche, Anregungen, Informationen, um die wir uns journalistisch kümmern sollten? Wir freuen uns auf Ihre Post unter chefredaktion@manager-magazin.de. 

Genießen Sie Ihren Abend!

Herzlich, Ihr Lukas Heiny