"Der Tag mit mm premium" Der Tag mit BoJo und BAIC und N26

heute beginnen wir mit der Person des Tages: Alexander Boris de Pfeffel Johnson, kurz "BoJo". Die Mitglieder der Tory-Partei wählten ihn zu ihrem Vorsitzenden und damit automatisch zum neuen Premierminister Großbritanniens. 92.153 Stimmen waren weit mehr als genug, um den Mann zum obersten Manager des Brexit-Desasters zu machen, der das ganze Chaos mit allerlei Halb- und Unwahrheiten maßgeblich ausgelöst hat.

Umzug nach Downing Street 10: Boris Johnson.

Umzug nach Downing Street 10: Boris Johnson.

Foto: Hannah McKay/ REUTERS

Was Sie über die Personalie wissen müssen:

  • Das Wahlergebnis, unmittelbare Folgen und Reaktionen (unter anderem von Donald Trump) finden Sie hier.
  • Die Reaktion der Märkte finden Sie hier.
  • Eine Einschätzung von Tony Blair, also Johnsons Vor-Vor-Vor-Vorgänger im Amt des Premierministers, finden Sie hier (genauso wie auch die Erklärung von Johnsons britischem Spitznamen "Yeti"). Blair sagt unter anderem: "Er ist kein Dummkopf."

Was heute wichtig war - die Wirtschaftsnews des Tages:

  • Daimler präsentierte heute einen neuen Großaktionär. Der langjährige chinesische Partner BAIC besitzt nun rund 5 Prozent der Anteile und ist damit hinter Geely (ebenfalls China) und Kuwait drittgrößter Anteilseigner. Die Hintergründe, die Reaktion von Daimler-Chef Ola Källenius (freudig) und die strategische Bedeutung ordnen wir Ihnen hier ein.
  • Der Berliner Senat beschloss heute Fahrverbote für Dieselautos. Um die Luft in der Hauptstadt sauberer zu halten, sollen acht Straßen für Diesel gesperrt werden - das entspricht 2,9 Kilometern. Ob es hilft? Das Straßennetz Berlins ist 5450 Kilometer lang.
  • Vielleicht liegt das mit der dreckigen Luft ja auch an den großen Autos. In den ersten sechs Monaten erreichten die SUV in Deutschland jedenfalls einen Marktanteil von 31,4 Prozent aller neu zugelassenen Pkw (mehr als jede andere Karosserievariante), schreibt der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer in einer aktuellen Studie. Er sieht darin ein großes Risiko für die Hersteller und ihr Markenimage - und fordert: Keine SUV mehr in Deutschland!
  • Dudenhöffer sagt, die SUV lösten "Hass und Begeisterung" aus. Horchen Sie doch mal in sich hinein, wenn Sie die zehn beliebtesten SUV Deutschlands anschauen.
  • Autozulieferer Continental gab heute (mal wieder) eine Gewinnwarnung heraus: Umsatz, Marge und Gewinn würden niedriger ausfallen als erwartet. Der Aktienkurs stieg trotzdem: Conti legte mit 6 Prozent Plus mehr zu als jeder andere Dax-Konzern.
  • Überraschung in die andere Richtung: Die Schweizer Großbank UBS übertraf beim Gewinn die Erwartungen, auch das verwaltete Vermögen stieg - auf 3381 Milliarden Dollar.
  • Neues aus dem Konflikt USA vs. Huawei: Der chinesische Konzern streicht mehr als 600 Stellen in seinem amerikanischen Forschungs- und Entwicklungszentrum. Als Grund nannte er die Sanktionen der US-Regierung.
  • Neues aus dem Konflikt Wirecard vs. Financial Times: Die britische Zeitung weist nach wie vor die Anschuldigung Wirecards zurück, mit Shortsellern zusammenzuarbeiten. Nun lässt sie alle Berichtedurch eine Anwaltskanzlei prüfen, um Klarheit zu bringen.

Unsere Empfehlungen für den Abend:

Bankdirektor der Onlinewelt: Valentin Stalf.

Bankdirektor der Onlinewelt: Valentin Stalf.

Foto: imago/tagesspiegel

  • N26 feiert sich selbst (mit einer Bewertung von 3,5 Milliarden Dollar) als wertvollstes Start-up Deutschlands. Und der Aufstieg von Deutschlands Digitalbank war in der Tat spektakulär. Aber jetzt zeigt sich: Er ist auch teuer erkauft. Banking mit Bullshit. 
  • Und dann empfehlen wir Ihnen noch eine Satire über unaussprechliche Namen von Unternehmen. Anlass ist ein Film, in dem der französische Autobauer Citroën erklärt, aus Rücksicht auf deutsche Kunden künftig als "Zitrön" aufzutreten.

Haben Sie Wünsche, Anregungen, Informationen, um die wir uns journalistisch kümmern sollten? Wir freuen uns auf Ihre Post unter chefredaktion@manager-magazin.de. 

Genießen Sie Ihren Abend!

Herzlich, Ihr Lukas Heiny