Editorial Das Vermächtnis des Lidl-Patriarchen

Der Discounter Lidl gilt ähnlich wie sein Rivale Aldi als mindestens so verschlossen wie ruppig. Klaus Gehrig, der Lidl in den vergangenen Jahrzehnten mit gnadenloser Härte, aber auch viel Geschick zum Angstgegner europäischer Einzelhandelsriesen aufbaute, legte nie viel Wert auf Öffentlichkeit. Schon gar nicht, wenn manager magazin anrief. Wir haben die rasante Expansion der Schwarz-Gruppe, zu der neben Lidl auch Kaufland gehört, stets kritisch begleitet, zuletzt im Mai 2014 mit der Titelgeschichte "Der große Kehraus", die über das Führungschaos bei dem Discounter berichtete. Umso erstaunter waren meine Kollegen Simon Hage, Sören Jensen und ich, dass Gehrig sich nun doch auf ein Gespräch mit uns einließ und auch gleich noch die beiden Vorstandschefs von Lidl und Kaufland mitbrachte. Die drei gewährten erstmals tiefe Einblicke in ihre Strategie und machten klar, dass es besetzte Märkte für sie nicht gibt. Das Lidl-Gespräch lesen Sie ab Seite 30

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Seit der ehemalige Spitzenpolitiker Roland Koch im vergangenen Jahr seinen Dienst als Bilfinger-Chef quittieren musste und sich eine Gewinnwarnung an die nächste reihte, weiß man, dass beim Umbau des Konzerns zum Industriedienstleister einiges aus dem Lot geraten ist. Das wahre Ausmaß der Bauschäden hat die Kollegen Michael Freitag und Thomas Werres dann doch überrascht. In dem Unternehmen macht jeder, was er will, ein funktionierendes Kontrollsystem gibt es nicht, Bilfinger war bis zuletzt tiefkorrupt. "So, wie dieses Unternehmen dasteht, hat es keine Existenzberechtigung", lautet die vernichtende Erkenntnis eines Insiders. Woran der M-Dax-Konzern krankt und ob er überhaupt zu retten ist: ab Seite 46

Selfmademilliardär Heinz Hermann Thiele, Aufsichtsratschef und Miteigentümer des Zulieferkonzerns Knorr-Bremse, ist immer für eine Überraschung gut. Als die mm-Redakteure Michael Freitag und Ursula Schwarzer vor einigen Wochen ein fast fünfstündiges Gespräch mit dem sonst so verschwiegenen Thiele führten, erzählte er noch voller Stolz von seinem hochintelligenten Sohn Henrik (47). Er freue sich darauf, dass der promovierte Junior Anfang Juli in den Vorstand einziehe. Die Freude währte bis zwei Wochen vor der Beförderung: Nach Differenzen mit dem Vater scheidet der Junior jetzt aus. Thiele hat seinem Ruf wieder mal alle Ehre gemacht: Er gilt als einer der besten, aber auch unnachgiebigsten Unternehmer Deutschlands gnadenlos gegenüber Angestellten, unerbittlich selbst mit der eigenen Familie. Das Psychogramm des Patriarchen Thiele finden Sie ab Seite 62

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