Editorial Die Ausplünderung der Formel 1

Der Raubzug des Bernie Ecclestone, die Kernspaltung von Eon, der neue Kölsche  Klüngel, die Zukunft der Deutschen Bank: Chefredakteur Steffen Klusmann über vier journalistische Höhepunkte im neuen manager magazin.

Bernie Ecclestone ist für die Formel 1 Segen und Fluch zugleich. Segen, weil er aus der Rennserie das wohl wertvollste Sportbusiness der Welt gemacht hat. Fluch, weil er als greiser Imperator drauf und dran ist, sein Lebenswerk zu ruinieren. Weil es ihm nur noch um Profitmaximierung geht und nicht mehr um den Kitzel, den Wettkampf, die Zuschauer. Statt zu investieren, plündern Ecclestone und seine Miteigner die Formel 1 regelrecht aus. Den Herstellern und Teams, die dort jedes Jahr Hunderte von Millionen versenken, ist die Gefahr eines Crashs durchaus bewusst. Doch sie kommen von dem Alleinherrscher nicht los, lassen sich von ihm immer wieder ausspielen. mm-Redakteur Michael Freitag zeichnet das Bild eines Männerbundes, der an seinen Egos zu zerbrechen droht: ab Seite 30.

Es war eine geheime Kommandoaktion. Nahezu ein Jahr lang bereitete der Versorger Eon seine eigene Kernspaltung vor. Nichts durfte nach außen dringen, nach innen so wenig wie möglich. Die Dimensionen der Trennung in ein Geschäft mit Zukunft (Öko, Netze) und das alte Business mit Kraftwerken (Atom, Gas, Kohle) sind gewaltig: 1300 Konzerngesellschaften müssen geprüft, mehr als 4000 Einzelthemen gelöst werden. mm-Reporter Dietmar Student blickte hinter die Kulissen dieses spektakulären Umbaus, sprach mit Aufsichtsräten, Projektmanagern, nahm an Workshops teil. Seinen Werkstattbericht finden Sie ab Seite 40.

Was muss eine Bank, die das Wort "Deutsche" im Namen trägt, leisten, um die deutsche Wirtschaft würdig zu vertreten? Gehört dazu noch ein Privatkundengeschäft, oder sollte sich das Geldhaus nicht besser in ein reinrassiges europäisches Goldman Sachs verwandeln? Eine Frage von historischer Tragweite, der mm vor vier Monaten eine Titelgeschichte widmete. Nun steht die Entscheidung an: Am 24. April tagt der Aufsichtsrat, am 21. Mai sollen die Aktionäre den Masterplan absegnen. Tim Bartz und Sven Clausen haben diese Termine zum Anlass genommen für ein Plädoyer, das sich ganz auf die Seite von Corporate Germany und der Investoren schlägt. Und da kommt eigentlich nur eine Variante infrage: ab Seite 50.

Köln, das stand für Klüngel, Filz und eine Clique von Freiherren und Baronessen, die sich die Stadt untertan machten. Der Niedergang jener von und zu Oppenheim hat die Society nun regelrecht befreit, eine neue Bürgergesellschaft bricht sich Bahn. Unser Kollege Christoph Neßhöver, selbst Kölner, wollte wissen, wer das Vakuum füllt, das die alten Granden hinterlassen haben. Seine Gesprächspartner traf er in einfachen Trattorien - sämtliche Versuche, das neue Establishment in edle Restaurants zu locken, misslangen. Die Oppenheim-Ära wirkt nach. Wer nach der großen Katharsis die Strippen zieht, lesen Sie ab Seite 116.

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