Samstag, 21. September 2019

Aktienoptionen für Rubin Ritter, Robert Gentz und David Schneider Zalando-Vorstände streichen 50 Millionen Euro ein

Zalando-Vorstand Rubin Ritter (37) bekam vergangenes Jahr 20 Millionen Euro - zwei Optionsprogramme für das Management liefen aus

Die Vorstände des Berliner Online-Modehändlers Zalando haben im vergangenen Jahr Kasse gemacht. Insgesamt strichen die drei Manager rund 50 Millionen Euro ein, wie aus dem aktuellen Geschäftsbericht hervorgeht und "Faz.net" berichtete.

Je knapp 15 Millionen Euro flossen an die beiden Gründer Robert Gentz (35) und David Schneider (36). Der für die Finanzen verantwortliche Vorstand von Zalando Börsen-Chart zeigen, Rubin Ritter (37), verdiente rund 20 Millionen Euro.

Für Aktionäre von Zalando Börsen-Chart zeigen lief das Jahr 2018 dagegen deutlich schlechter: Der Aktienkurs hatte sich im vergangenen Jahr beinahe halbiert und notierte Ende Dezember nur noch knapp über dem Ausgabekurs aus dem Jahr 2014 in Höhe von 21,50 Euro, bevor im Januar mit der allgemeinen Erholung an der Börse auch bei Zalando eine Erholung einsetzte. Aktuell pendelt das Zalando-Papier um die Marke von 35 Euro.

Dabei lag das Fixgehalt der Manager nur bei rund 200.000 Euro. Der deutliche größere Teil des Geldes kam aus zwei nach mehreren Jahren ausgelaufenen Aktienoptionsprogrammen. Die Vorstände können Aktien zu einem früher festgelegten Preis kaufen und nach einer Frist für einen üblicherweise höheren Börsenpreis wieder verkaufen.

Das 2011 aufgesetzte Programm ermöglichte es jedem Vorstand, 1.028.500 Aktien zu einem Ausübungspreis von 5,65 Euro je Option zu erwerben (aktueller Kurs der Zalando-Aktie: 35,20 Euro). Sowohl Gentz als auch Schneider hielten Ende des vergangenen Geschäftsjahres noch mehr als die Hälfte ihrer Optionen. Künftig könnten aus dem Programm also weitere Millionen an die Manager fließen. 2017 hatte Rubin Ritter außerdem bereits 3,9 Millionen Euro mit nach Hause genommen.

Weiter besteht ein Aktienoptionsprogramm aus dem Jahr 2013. Jedem Vorstand wurden 3.272.500 Optionen zum Preis von 15,63 Euro eingeräumt. Die Wartefrist betrug dabei vier Jahre. Laut Geschäftsbericht wurden 2017 je 11,3 Millionen Euro an Unternehmen übertragen, die den Zalando-Gründern Gentz und Schneider gehören. Das Programm war an das Unternehmenswachstum gebunden. Die Ziele seien erreicht worden, schreibt Zalando. Wie hoch sie waren, sagt das Unternehmen nicht.

Neues Aktienprogramm könnte noch mehr Millionen bringen

An das Wachstum des Unternehmens bindet Zalando auch die künftige Bezahlung der drei Vorstände. Im vergangenen Jahr hat der Onlinehändler für die neuen Dienstverträge, die bis Ende November 2023 laufen sollen, ein neues Vergütungssystem festgelegt ("Long Term Incentive 2018"). Es besteht neben einem festen Jahresgehalt von 65.000 Euro pro Kopf erneut aus einer aktienbasierten variablen Vergütung.

Jedem der drei Vorstände wurden dabei 1,75 Millionen Optionen gewährt, der Ausübungspreis liegt bei 47,44 Euro. Der Preis wurde im August 2018 bestimmt, danach aber ist der Zalando-Aktienpreis an der Börse eingesackt.

Die neuen Optionen können ebenfalls erst nach einer Wartefrist ausgeübt werden: Für 57 Prozent beträgt sie vier Jahre ab dem ersten Dezember 2018, für die verbleibenden 43 Prozent 4,75 Jahre. Ist dann der Aktienkurs höher als der Ausübungspreis, haben die Vorstände Anspruch auf die Mehrsumme. Gedeckelt ist sie bei einem Aktienpreis von 144,58 Euro.

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