Samstag, 19. Oktober 2019

Aktienoptionen für Rubin Ritter, Robert Gentz und David Schneider Zalando-Vorstände streichen 50 Millionen Euro ein

Zalando-Vorstand Rubin Ritter (37) bekam vergangenes Jahr 20 Millionen Euro - zwei Optionsprogramme für das Management liefen aus

2. Teil: Zalando-Vorständen winken bereits weitere Millionen

Besondere Hürde: Die Optionen können nur voll ausgeübt werden, wenn die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate des Umsatzes von Zalando (CAGR) mindestens 15 Prozent erreicht. Liegt die Kennzahl bei weniger als 10 Prozent, verfallen die Optionen.

Zalando-Vorstände in neuer Gehaltsliga

Insgesamt könnte das neue Paket jedem Vorstand am Ende der Frist bis zu 170 Millionen Euro bringen. Die alten und neuen Optionsprogramme katapultieren die Zalando-Vorstände in eine Gehaltsliga, die bisher nicht bekannt war.

Wie nun ersichtlich wird, können die Zalando-Vorstände zumindest 2018 geradezu mit Dax-Konzernchefs mithalten. Allianz-Chef Oliver Bäte erhielt beispielsweise knapp zehn Millionen Euro, Daimler-CEO Dieter Zetsche 8,3 Millionen Euro. Eine Rekordsumme strich außerdem der zum Jahreswechsel ausgeschiedene Beiersdorf-Chef Stefan Heidenreich ein: 23,5 Millionen Euro.

Zalando baut um

Zalando selbst bezeichnet die Ziele im neuen Optionsprogramm als "anspruchsvoll". So liege die Vorhersage für das Wachstum des Online-Modeeinzelhandels in Europa in den kommenden fünf Jahren bei 7 Prozent. Soll heißen: Die Berliner wollen weiter stark wachsen und den Schnitt übertreffen.

Vergangenes Geschäftsjahr erreichte Zalando ein Umsatzwachstum von 20 Prozent auf 5,4 Milliarden Euro. Allerdings musste das 2008 gegründete Unternehmen auch einige Schwierigkeiten meistern. So wurde wegen des heißen Sommers weniger verkauft als erwartet. Außerdem bereitete man Retouren nicht gut genug auf, was Geld kostete.


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In diesem Jahr soll das Geschäft wieder um mindestens 20 Prozent wachsen und das bereinigte Ebit verbessert werden. Zalando zeigt sich angesichts der steigenden Kundenzahlen und Bestellungen pro Kopf optimistisch.

Allerdings zeigt sich auch, dass das junge Unternehmen an einigen Stellen noch optimieren will. Wie die "FAZ" am Freitag berichtete, wird Zalando das Tochterunternehmen zLabels schließen, welches elf Eigenmarken des Unternehmens zusammengefasst hat. 550 Mitarbeiter sind betroffen. Laut Zalando soll der Großteil an anderer Stelle im Konzern untergebracht werden. Kürzungen gab es auch 2017: Da hatte Zalando zahlreiche Mitarbeiter aus dem Marketing entlassen.

Der jüngste Schritt bedeutet einen deutlichen Strategieschwenk: Die eigenen Marken von Zalando sollten einst noch besonders gute Margen bringen. So setzen auch Händler wie der Möbelshop Home24 Börsen-Chart zeigen oder Amazon Börsen-Chart zeigen vermehrt auf eigene Produkte. Zalando aber will sich nun noch stärker auf sein Partnerprogramm fokussieren, bei dem fremde Marken wie Adidas die Plattform für ihren Vertrieb nutzen. "Niemand wird zehn oder 20 Mode-Apps benutzen", so David Schneider zur "FAZ". "Kunden suchen stark den einen Anlaufpunkt, wo alles integriert ist."

Schneider erwartet, dass das Partnerprogramm stark wachsen wird - in den kommenden vier bis fünf Jahren von 10 auf 40 Prozent. Auch für sein eigenes Gehalt ist das wichtig.

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