Mittwoch, 16. Oktober 2019

Schüsse in San Bruno Mutmaßliche Attentäterin "hasste" Youtube

Polizei vor dem YouTube-Hauptquartier in San Bruno: Die Attentäterin hat sich Berichten zufolge dafür gerächt, dass YouTube nicht mehr für ihre Videos zahlte

Nach den Schüssen im Hauptquartier von Youtube im kalifornischen San Bruno werden weitere Informationen über die mutmaßliche Schützin publik. Die 39-Jährige "hasste" das Videonetzwerk, sagte ihr Vater lokalen Medien. Auch ein Polizist sprach gegenüber der Nachrichtenagentur "AP" von einem "langanhaltenden Disput" der Frau mit der Google-Tochter.

Die mutmaßliche Schützin hatte am Sitz des Internetkonzerns YouTube in Kalifornien drei Menschen mit Schüssen verletzt und sich dann vermutlich selbst getötet. Die drei Opfer seien laut Ermittlern wohl nicht spezifisch von ihr ausgewählt worden.

Am Dienstagmittag (Ortszeit) gingen bei der Polizei mehrere Notrufe ein, nachdem die ersten Schüsse gefallen waren. Angestellte verbarrikadierten sich in Büroräumen. Andere flüchteten aus dem Gebäude. Augenzeugen beschrieben panische Momente.

Die drei Schussopfer wurden in ein Krankenhaus gebracht. Ein 36-jähriger Mann, befand sich Medienberichten zufolge in kritischem Zustand. Auch zwei Frauen, 27 und 32 Jahre alt, erlitten Schusswunden. Ein vierter Verletzter habe sich den Knöchel verdreht, berichtete ABC7, der örtliche TV-Sender von ABC News in Los Angeles.

"Es war sehr chaotisch", beschrieb der Polizeichef von San Bruno, Ed Barbarini, die Szene vor Ort. Hunderte Menschen strömten aus dem Gebäude, teilweise mit erhobenen Händen. Sie wurden von Beamten nach Waffen durchsucht. Einsatzteams durchkämmten den Komplex. Erst nach mehreren Stunden kam die Entwarnung, dass den Beschäftigten der Google-Tochter keine weitere Gefahr drohte.

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Bild: REUTERS, CBS

Die Frau sei in dem Komplex von der Polizei gefunden worden, teilten die Ermittler mit. Sie habe sich vermutlich selbst umgebracht, hieß es. Das australische Nachrichtenportal News.com.au berichtete, die Frau habe mindestens 40 Schüsse abgegeben, bevor sie sich selbst getötet habe.

Der Vater der Frau sagte der Zeitungsgruppe Bay Area News Group, seine Tochter habe sich geärgert, dass YouTube sie nicht mehr für ihre Videoinhalte bezahlt habe. Sie sei eine vegane Aktivistin gewesen, zitierte ihn die Zeitung "East Bay Times", die zur Mediengruppe gehört.

Laut der Behörden soll die Frau aus Menifee im Riverside County südöstlich von Los Angeles stammen, wie die "East Bay Times" berichtete. Einige US-Medien gaben das Alter der Frau mit 39 an, andere mit 38.

Polizei geht nicht von einer terroristisch motivierten Tat aus

Google-Chef Sundar Pichai bezeichnete den Vorfall als einen "schrecklichen Akt von Gewalt". Viele Mitarbeiter stünden unter Schock. Er sagte den Betroffenen Hilfe zu, um diese "unvorstellbare Tragödie" zu überwinden. YouTube-Chefin Susan Wojcicki dankte den Einsatzkräften für die schnelle Reaktion auf den Vorfall. "Wir sind in Gedanken bei allen, die heute verletzt wurden und betroffen waren", schrieb Wojcicki auf Twitter.

Die Behörden gehen nicht von einem terroristischen Hintergrund der Tat aus. Die Leitung der Ermittlungen habe die Polizei San Bruno, teilte die Bundespolizei FBI mit. Dies wird als Zeichen gewertet, dass es sich nicht um einen Angriff gegen den Staat handelt.

US-Präsident Donald Trump erklärte, seine "Gedanken und Gebete" seien bei denen, die in die Tat in San Bruno verwickelt seien. "Danke an unsere phänomenalen Polizisten und Ersthelfer, die derzeit am Tatort sind", schrieb er auf Twitter.

mg/dpa-afx

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