Tech-Ikone rutscht tief in rote Zahlen So redet sich Marissa Mayer ihre Zeit bei Yahoo schön

Marissa Mayer

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Daily Mail will für Yahoo bieten: Wer alles bei Marissa Mayer an die Tür klopft

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Die Lage ist katastrophal, doch irgendwie fühlt sich Yahoo-Chefin Marissa Mayer dafür nur bedingt verantwortlich. Das jedenfalls legen die Anmerkungen nahe, die sie anlässlich einer mal wieder tiefroten Quartalsbilanz gemacht hat. Von einer "Abschiedsrede" schreibt das US-Portal "Business Insider". 

Unbeirrt hielt Mayer demnach daran fest, dass nicht alles schlecht gewesen sei in den vier Jahren mit ihr an der Unternehmensspitze. "Wir haben unbarmherzig untersucht, wo wir standen und wo wir stehen wollten und haben notwendige Schritte unternommen, um dorthin zu kommen", sagte sie in ihren "abschließenden Bemerkungen".

"Wir haben uns auf den Weg gemacht, diese Firmen-Ikone auf einen nachhaltigen Wachstumskurs zu bringen", verteidigte sich Mayer. Yahoos Geschäftsmodell habe sich dramatisch vereinfacht. "Ich bleibe überzeugt, dass dies die richtigen Schritte sind, um ein besseres Yahoo zu erschaffen."

Genutzt hat es bisher wenig. Nach Yahoos möglicherweise letztem Quartal als eigenständiges Unternehmen hat Mayer erneut einen dicken Verlust präsentiert. Im vergangenen Quartal gab es ein Minus von 440 Millionen Dollar (397 Millionen Euro) nach einem Minus von 22 Millionen Dollar ein Jahr zuvor, wie Yahoo nach US-Börsenschluss am Montag mitteilte. Auslöser war eine rund 480 Millionen schwere Abschreibung auf die Blog-Plattform Tumblr.

Yahoo hatte Tumblr 2013 für rund eine Milliarde Dollar gekauft. Der Plan der Firmenchefin Marissa Mayer war, damit mehr junge Nutzer anzulocken. Bereits Anfang des Jahres schrieb Yahoo aber rund 230 Millionen Dollar auf Tumblr ab, jetzt sind mehr als zwei Drittel vom Kaufpreis aus den Büchern raus.

Marissa Meyers größtes Versäumnis

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Immerhin: Beim Umsatz legte Yahoo zuletzt um 5 Prozent auf gut 1,3 Milliarden Dollar zu und übertraf damit die Erwartungen der Börsianer. Auch beim operativen Ergebnis schnitt Yahoo über den Analystenprognosen ab. Die Aktie legte nachbörslich leicht zu.

Das größte Versäumnis der früheren Google-Managerin Mayer, die vor rund vier Jahren als Reformerin kam: Es war ihr nicht gelungen, die Werbeerlöse in Schwung zu bringen. Zugleich hob sie hervor, dass in neuen Bereichen wie Videowerbung und Anzeigen auf mobilen Geräten die Umsätze um ein Viertel auf gut eine halbe Milliarde Dollar zulegten.

Angesichts des laufenden Verkaufs könnten es die letzten Quartalszahlen von Yahoo als eigenständiges Unternehmen sein. Nach Medienberichten geht der Verkaufsprozess auf die Zielgerade. Als aussichtsreichster Anwärter gilt der Telekommunikations- und Medienriese Verizon. Bei der Vorstellung der Quartalszahlen blieb Mayer neuen Angaben dazu schuldig. Ihr selbst winkt immerhineine hohe Abfindung.

Yahoo hatte sich zum Verkauf gestellt, nachdem es nicht gelungen war, die Beteiligung an der chinesischen Handelsplattform Alibaba steuerfrei für die Aktionäre abzuspalten. Nun soll das Kerngeschäft ausgelagert werden. Nach einem Medienbericht gab es für das Web- Geschäft mehrere Gebote in Höhe von fünf Milliarden Dollar und mehr.

mit dpa-afx
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