Marissa Mayer muss verzichten Hacker-Angriffe kosten Yahoo-Chefin Millionenbonus

Hacker klauten bei Yahoo Daten von 1,5 Milliarden Nutzern. Was erst Jahre später bekannt wurde, kostet Vorstandschefin Marissa Mayer jetzt den Millionenbonus und den Chefjuristen den Job.
Marissa Mayer: "Habe mich bereit erklärt, dieses Jahr auf meinen Jahresbonus und mein jährliches Aktienpaket zu verzichten"

Marissa Mayer: "Habe mich bereit erklärt, dieses Jahr auf meinen Jahresbonus und mein jährliches Aktienpaket zu verzichten"

Foto: Eric Risberg/ AP

Die Hackerangriffe auf Yahoo kosten Yahoo-Chefin Marissa Mayer in diesem Jahr nachträglich den Millionenbonus. Der Chefjurist des Internetpioniers verliert außerdem seinen Job, gab Yahoo am späten Mittwochabend bekannt. Mayer und der Jurist Ronald Bell büßen damit für den Umgang mit Sicherheitsverletzungen bei dem Internetpionier. Hacker hatten im Jahr 2013 und 2014 jeweils die Daten von 500 Millionen und einer Milliarde Yahoo-Nutzern entwendet.

Die Angriffe waren erst bekanntgeworden, nachdem der Telekom-Konzern Verizon im Juli den Kauf des Yahoo-Webgeschäfts für gut 4,8 Milliarden Dollar vereinbart hatte. Nach langen Verhandlungen wurde der Preis jüngst um 350 Millionen Dollar gesenkt. Nutzer waren bereits vor Gericht gezogen und streben Sammelklagen an.

Mayer erklärte, Sie habe zwar erst im September 2016 erfahren, dass eine große Menge an Nutzerdaten gestohlen worden sei. Da aber die Angriffe während ihrer Amtszeit passierten, verzichte sie in diesem Jahr sowohl auf die jährliche Prämie als auch auf den vereinbarten Aktienbonus. Sie habe darum gebeten, dass das Geld "an die hart arbeitenden Angestellten unseres Unternehmens umverteilt wird".

Führungskräfte waren informiert, handelten aber falsch

Mayer stehen laut Vertrag eine leistungsbezogene Prämie von bis zu zwei Millionen Dollar sowie Aktien im Wert von mindestens zwölf Millionen Dollar zu.

Mayers Äußerungen wurden zusammen mit weiteren Unterlagen zu den Cyberattacken an die US-Börsenaufsicht SEC übermittelt. Daraus geht hervor, dass die Yahoo-Sicherheitsabteilung von dem Hackerangriff im Jahr 2014 wusste. Führungskräfte und Mitarbeiter der Rechtsabteilung seien noch im selben Jahr darüber informiert worden. Außerdem wurden demnach 26 betroffene Nutzer über den Vorfall in Kenntnis gesetzt und die Polizei eingeschaltet. Öffentlich bekannt wurde die Cyberattacke erst im Herbst 2016.

Nach dem Angriff seien zwar die Sicherheitsvorkehrungen verbessert worden, erklärte Yahoo. Offenbar hätten aber "bestimmte Führungskräfte" nicht angemessen auf die Angelegenheit reagiert. Der Verwaltungsrat habe aber keine Anzeichen dafür gefunden, dass Informationen über die Hacks im Unternehmen absichtlich zurückgehalten worden seien.

rei/AFP/ap/dpa
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