Sonntag, 8. Dezember 2019

Aufsteiger im Smartphone-Markt Xiaomi sitzt etablierten Smartphone-Herstellern im Nacken

Steve Jobs Imitator: Lei Jun, Gründer des chinesischen Handyherstellers Xiaomi, präsentierte im Juli das Xiaomi Phone 4. Sein Kleidungsstil erinnert zweifelsohne an den verstorbenen Apple-Gründer.

Der Smartphone-Hersteller Xiaomi macht die Branche verrückt. Die Chinesen haben sich in der Spitzengruppe festgesetzt. Einzig Lenovo/Motorola, Apple und Samsung liegen vor dem Aufsteiger.

Der chinesische Senkrechtstarter Xiaomi ist laut Marktforschern im vergangenen Quartal zur Nummer drei im Smartphone-Geschäft aufgestiegen. Xiaomi verkauft seine Geräte vor allem in China über das Internet. Der Anbieter setzte im vergangenen Quartal 17,3 Millionen Geräte ab, wie die Analysefirma IDC errechnete. Mit einem Marktanteil von 5,3 Prozent überholte Xiaomi knapp die etablierten Rivalen Lenovo Börsen-Chart zeigen und LG.

Nach der Übernahme von Motorolas Smartphone-Geschäft für knapp 3 Milliarden Dollar wird im kommenden Quartal zwar Lenovo wieder an dem chinesischen Rivalen vorbeiziehen. Dennoch wird Xiaomi für die Konkurrenz immer gefährlicher. Apple-Chefdesigner Jonathan Ive beklagte unlängst, dass Xiaomi genauso wie viele andere Hersteller zu viel von Apple kopiere. Auch Samsung leidet unter dem Aufstieg des noch jungen Wettbewerber aus China. Das Beratungsunternehmen Boston Consulting zählte Xiaomi in einer Studie allerdings zu einem der 50 innovativsten Unternehmen.

Marktführer Samsung Börsen-Chart zeigen musste einen deutlichen Einbruch hinnehmen. Der Marktanteil fiel laut IDC auf 23,8 Prozent. Im Vorjahresquartal kam noch fast jedes dritte Computer-Handy weltweit (32,5 Prozent) von den Südkoreanern. Samsung verkaufte jetzt noch 78,1 Millionen Smartphones, vor einem Jahr waren es 85 Millionen.

Damit wurde Samsung nach IDC-Berechnungen fast doppelt so viele Smartphones los wie die Nummer zwei Apple Börsen-Chart zeigen mit 39,3 Millionen. Die teureren iPhones sind aber deutlich profitabler, während Samsung auch viele günstige Geräte verkauft. Der südkoreanische Konzern meldete am Donnerstag angesichts des Drucks im Smartphone-Markt einen Gewinneinbruch für das dritte Quartal.

Der Smartphone-Markt insgesamt wuchs im vergangenen Vierteljahr um gut ein Viertel auf 327,6 Millionen Geräte, wie IDC am späten Mittwoch berichtete.

run/dpa

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