Sonntag, 8. Dezember 2019

Aufsteiger aus China Xiaomi lauert auf 1,5 Milliarden Dollar

Aufsteiger: Xiaomi-Chef Lei Jun gründete vor vier Jahren sein IT-Unternehmen. Mittlerweile gehört es zu den weltweit größten Smartphoneherstellern

Der chinesische Senkrechtstarter Xiaomi verhandelt über eine der größten Finanzierungsrunden der Startup-Branche. Kommt das Geschäft zustande, würde der Smartphonehersteller einen bislang von Facebook erzielten Rekord einstellen.

Hamburg - Xiaomi führt derzeit Gespräche über eine Kapitalrunde in Höhe von 1,5 Milliarden Dollar. Das berichtet die "Financial Times" unter Berufung auf mit den Vorgängen vertrauten Personen. Die potenziellen Investoren würden den Wert des Unternehmens auf 40 Milliarden Dollar hochtreiben. Zu den möglichen Geldgebern soll unter anderem der russische Investor Digital Sky Technologies (DST) zählen. Im Fall eines Abschlusses wäre das vier Jahre junge Unternehmen wertvoller als Sony Börsen-Chart zeigen und Lenovo Börsen-Chart zeigen zusammen.

Das letzte Startup, das eine derart hohe Geldflut und eine entsprechende Bewertung erhielt, war Facebook Börsen-Chart zeigen. Ein Jahr vor dem Börsengang im Mai 2012 hatte das weltweit größte Onlinenetzwerk durch ein Investment von DST und Goldman Sachs 1,5 Milliarden Dollar eingesammelt. Der Unternehmenswert wurde damals auf 50 Milliarden Dollar taxiert.

DST investiert in der Regel nur in Unternehmen, die in absehbarer Zeit an die Börse gehen wollen. Der Kapitalgeber unterstützte neben Facebook, auch den chinesischen Onlinehändler Alibaba Börsen-Chart zeigen oder das Wohnungsportal Airbnb. Der russische Investor gehörte in jüngster Zeit zu den Profiteuren vieler Erstemissionen von Tech-Startups. In Deutschland ist DST noch am Onlinehändler Zalando Börsen-Chart zeigen beteiligt, der Ende September in Frankfurt erstmals an der Börse notierte.

Xiaomi ist binnen kürzester Zeit zum weltweit viertgrößten Smartphonehersteller aufgestiegen. Das Unternehmen hält knapp fünf Prozent und ist hinter Samsung, Apple und Lenovo auf Platz vier. Es orientiert sich in der Optik stark an Apple Börsen-Chart zeigen und zog sich erst kürzlich den Unmut von Apple-Designer Jonathan Ive zu. Das Unternehmen verkauft Smartphones, Tablets und auch TV-Setup-Boxen nur über die eigene Websites. Damit sparen die Chinesen Vertriebskosten und geben das an ihre Kunden weiter.

Der Erfolg von Xiaomi wirkte sich bereits negativ auf den weltweit größten Smartphonehersteller Samsung Börsen-Chart zeigen aus. Die Südkoreaner verbuchten zuletzt herbe Einbrüche, weil sie unter anderem in China weniger Smartphones absetzten. Bislang ist Xiaomi nur in der Volksrepublik aktiv, das Unternehmen will aber expandieren, unter anderem nach Indien. Dafür hatte es erst kürzlich einen Kredit in Höhe von einer Milliarde Dollar von 29 Banken erhalten.

Nach Informationen der "Financial Times" dürften US-Investoren bei Xiaomis geplanter Finanzierungsrunde leer ausgehen. Das Unternehmen hoffe, einen asiatischen Geldgeber für sich gewinnen zu können. Für viele Risikokapitalgeber wäre eine derart hohe Summe ohnehin längst zu hoch. US-Interessenten hätten den Einstieg bei Xiaomi verpasst, hieß es. Einige würden es bereuen, sie hielten die angestrebte Bewertung von 40 Milliarden Dollar allerdings für zu hoch. Bei diesem Unternehmenswert würde Xiaomi selbst das derzeit am höchsten taxierte US-Startup im Silicon Valley überrunden. Der US-Fahrdienst Uber erhielt zuletzt 1,2 Milliarden Dollar zu einer Bewertung von 17 Milliarden Dollar.

Das "Wall Street Journal" hatte jüngst berichtet, Xiaomi habe im Jahr 2013 umgerechnet 566 Millionen Dollar verdient, ein Plus von 84 Prozent zum Vorjahr. Der Umsatz habe sich auf umgerechnet 4,4 Milliarden Dollar verdoppelt. Im laufenden Jahr erwarte das Unternehmen ein Wachstum von 75 Prozent an. Die Zeitung berief sich auf ein Dokument, in das es Einblick erhalten habe.

© manager magazin 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung