Donnerstag, 22. August 2019

Marktplätze im Aufwind Onlinehandel wächst weiter zweistellig

Amazon-Fresh-Niederlassung: Lebensmittel aus dem Internet werden immer beliebter

Der Onlinehandel in Deutschland boomt weiter - und mittlerweile bestellen auch immer mehr Verbraucher Lebensmittel und Drogerieartikel im Netz. Um satte 11,3 Prozent nahm das Bestellvolumen laut einer Studie des Bundesverbandes E-Commerce und Versandhandel (bevh) im ersten Halbjahr 2019 gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum zu. Für das Gesamtjahr rechnet der Verband mit einem Volumen von knapp unter 72 Milliarden Euro brutto, was einem Plus von 10,5 Prozent entsprechen würde.

Deutliche Zuwächse beobachtete der Verband vor allem bei den Waren des täglichen Bedarfs, wozu neben Lebensmitteln, Drogerieartikeln auch Tierbedarf zählt. So zog der Handels mit Lebensmitteln alleine im zweiten Quartal um 17,9 Prozent auf 407 Millionen Euro (inklusive Umsatzsteuer) an. Zusammen mit Tierfutter und Drogerieartikeln lag das Plus bei den Waren des täglichen Bedarfs bei 14,2 Prozent.

Im Einrichtungsbereich kletterte das Volumen in den vergangenen drei Monaten immerhin um 14,4 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro. Der Absatz von Hobby und Freizeitartikel legte um 12,3 Prozent auf 745 Millionen Euro zu, und der von Bekleidung um 13,8 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro.

Marktplätze gewinnen an Bedeutung

Interessant dabei ist die Tendenz von Kunden, vermehrt bei Marktplätzen einzukaufen. Mit mehr als acht Milliarden Euro im zweiten Quartal, einem Plus von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr, entfällt laut bevh mittlerweile fast die Hälfte aller Umsätze auf Online-Marktplätze. Bei originär stationären Händlern, die ihre Waren auch über das Internet vertreiben, lag das Plus lediglich bei 5,9 Prozent.

Diese Trends machen sich auch im Logistikgeschäft bemerkbar. Im vergangenen Jahr ist die Zahl der von den fünf großen Paketdiensten in Deutschland zugestellten Pakete um 8,1 Prozent auf insgesamt 2,95 Milliarden gestiegen. Davon entfiel laut einer Studie des Hamburger Logistikspezialisten MRU das Gros mit 61 Prozent auf das sogenannte B2C-Segment, das alleine um 11,6 Prozent zulegte.

Privatkunden untereinander verschickten indes rund 3 Prozent weniger Pakete und machten mit rund 130 Millionen Stück mittlerweile nur noch rund 4 Prozent des Paketmarktes aus. Massive Zuwächse verzeichnete der Hamburger Logistikexperte hingegen vor allem bei geringwertigen Bestellungen bis 20 Euro, wie sie Verbraucher neben Amazon immer häufiger auch bei chinesischen Händlern und Marktplätzen wie AliExpress oder Wish in Auftrag geben.

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