Rocket Internets Airbnb-Klon in Schwierigkeiten Steht Wimdu vor dem Aus?

Wimdu-Hauptquartier

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Wimdu, Lamudi, Nestpick: Wie Rocket mit Immobilien Geschäfte macht

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Der Berliner Ferienwohnungsvermittler Wimdu steht nach Informationen von manager magazin wohl vor dem Aus. Im Umfeld des Tochterunternehmens von Rocket Internet heißt es, das Start-up könnte schon bald liquidiert werden. Bereits in der vergangenen Woche hätten demnach mindestens 60 Mitarbeiter des Airbnb-Konkurrenten Angebote über Aufhebungsverträge erhalten.

Wimdu teilt auf Anfrage von manager magazin lediglich mit, dass man sich "in einem umfangreichen Restrukturierungsprozess" befinde. Personaleinsparungen seien dabei möglich, ansonsten nehme man zu Gerüchten keine Stellung.

Der Berliner Start-up-Inkubator Rocket Internet  hatte Wimdu 2011 als Konkurrent des US-Vordbilds Airbnb gestartet. Bei der ersten Finanzierungsrunde sollen damals rund 90 Millionen Euro in das Unternehmen geflossen sein - in dieser Zeit ein Rekord.

Neben der schwedischen Beteiligungsgesellschaft Kinnevik hatte sich 2015 auch die italienische Mediaset als Investor beteiligt. An ihr hält die Familie des ehemaligen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi eine Mehrheitsbeteiligung.

Samwer in Not - wer ist der nächste Kandidat auf der Streichliste?

Wimdu-Chefs Sören Kress (l.) und Arne Kahlke

Wimdu-Chefs Sören Kress (l.) und Arne Kahlke

Foto: Wimdu

Nach anfänglichen Erfolgen tat sich Wimdu zuletzt immer schwerer damit, gegen den Marktführer Airbnb zu bestehen. Das Start-up soll noch immer Kapital verbrannt haben, heißt es. Doch statt Wachstum herrsche Stagnation, das Geschäft auf manchen Märkten soll sogar geschrumpft sein.

Anfang Juni scheiterte das Unternehmen mit einer Klage gegen das Berliner Zweckentfremdungsverbot, das es künftig deutlich schwerer macht, Privatwohnungen an Touristen zu vermieten. Berlin war einer von Wimdus wichtigsten Märkten. Deshalb traf die Regelung das Start-up deutlich härter als etwa Airbnb, für das Deutschland eine weniger wichtige Rolle spielt.

Für Rocket Internet wäre Wimdus Ende ein weiterer Rückschlag. Viele Beteiligungen der Start-up Fabrik (Home24, HelloFresh, Helpling) leiden unter dauerhaft hohen Verlusten. CEO Oliver Samwer hatte zuletzt Einsparungen und mehr Effizienz versprochen.

Nächster Kandidat auf Rocket Streichliste könnte Nestpick sein: Bei dem Wohnungsvermittler - der ebenfalls unter Wachstumsschwäche leidet - musste Anfang Juni Gründer Fabian Dudek gehen , die Mitarbeiterzahl sank von einst 140 auf gut 20.