Samstag, 14. Dezember 2019

Angeschlagenes Start-up Softbank greift nach der Macht bei WeWork

WeWork-Filiale im New Yorker Finanzbezirk
Drew Angerer/ AFP
WeWork-Filiale im New Yorker Finanzbezirk

Softbank verhandelt laut Medienberichten über eine Machtübernahme beim angeschlagenen Büroraum-Anbieter WeWork. Das japanische Tech-Unternehmen, das über seinen Vision Fund bereits bei WeWork investiert ist, wolle nach dem gescheiterten Börsengang weitere Milliarden nachschießen, berichten übereinstimmend die "Financial Times" und das "Wall Street Journal".

Softbanks Anteil könne dadurch auf über 50 Prozent steigen und die Macht des umstrittenen Gründers Adam Neumann weiter beschneiden. Der Manager war zurückgetreten, bevor der Börsengang des Start-ups abgesagt werden musste. Er blieb jedoch der Vorsitzende des Verwaltungsrates.

Die finanziellen Schwierigkeiten des zwischenzeitlich mit 47 Milliarden Dollar bewerteten Ex-Börsenkandidaten sind offenbar gravierender als bislang bekannt. Laut "Financial Times" muss das Unternehmen bis Ende November neue Geldquellen auftun, andernfalls drohe die Pleite. Das "Wall Street Journal" rechnet mit drei Milliarden Dollar, die das Unternehmen brauche, um das kommende Jahr zu überstehen.

WeWork gilt als Sinnbild für die mitunter exzessive Finanzierungspraxis im Silicon Valley, wo Unternehmenswerte innerhalb kurzer Zeit massiv aufgeblasen werden, aber ebenso schnell wieder in sich zusammenfallen können. Auch das Verhalten von WeWork-Gründer Neumann hatte für Irritationen gesorgt.

Als Alternative zur Machtübernahme durch Softbank steht aktuell noch ein milliardenschwerer Schuldendeal im Raum, an dem aktuell JPMorgan arbeite. Laut WeWork spreche die Bank aktuell mit etwa 60 möglichen Geldgebern; angesichts seiner aktuellen Lage müsse das Start-up dabei laut WSJ und FT aber mit hohen Zinskosten rechnen.

luk

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