Donnerstag, 12. Dezember 2019

Das verborgene Immobilienimperium des Coworking-Start-ups WeWorks milliardenschwerer Masterplan

6. Teil: Bildung, Wohnen, Shoppen - wo WeWork überall experimentiert

WeWork-Fitnessstudie: "Mindfulness Studio" in New
Kris Tamburello/WeWork
WeWork-Fitnessstudie: "Mindfulness Studio" in New

WeGrow

Auch in den Bildungsbereich hat WeWork seine Fühler ausgestreckt und unter dem Label WeGrow ein Schulkonzept entwickelt. Die Bildungseinrichtung mit bislang einer Niederlassung in New York unterrichtet Kinder ab dem Alter von drei Jahren bis zur sechsten Klasse mit einem an Montessori-orientierte Konzept in Kleingruppen. Die Gebühren für die Ausbildung bei der Kinder lernen sollen, ihre "Superkräfte" zu entdecken, liegen zwischen 36.000 und 42.000 Dollar im Jahr.

Coliving

Ein weiteres Angebot, dass WeWork aus dem Coworking-Angebot entwickelt hat, ist das Coliving-Angebot WeLive. Es bietet an zwei Standorten in New York City und Virginia 400 Coliving-Appartments für Mitglieder, wo diese - in einer Art vollmöbierten Luxus-WG - in Einzel- und Gemeinschaftsräumen zusammenleben und sich von Putzfrau über Highspeed-Internet-Anschluss um nichts kümmern müssen.

Fitnessstudio & Spa

Und um das körperliche Wohl seiner Kunden kümmert sich das Start-up ebenfalls bereits - mit dem Fitnesstudio-Piloten "Rise by We". Ein laut dem Unternehmen "sozialer Wellness Club um Körper, Geist und Seele zu fördern" in New York. Für Mitgliedsbeiträge von 180 Dollar aufwärts können Mitglieder hier in verscheidenen "Boutique"-Studios trainieren, Kurse besuchen, sich von einem Personal Trainer betreuen lasssen und es sich mit Sauna und Massage gut gehen lassen.

WeMKT: Künftig kann man auch bei WeWork shoppen - und verkaufen

WeMKT

WeWorks neuste Expansion ist der Versuch, sein Netzwerk aus Firmen und Menschen auch über den Handel zu monetarisieren. So kooperiert WeWork beispielsweise mit dem Start-up Rent the Runway, das Luxus-Klamotten-Abos auf Mietbasis vertreibt. WeWork bietet seinen Mitgliedern an einigen Standorten an, ihre Klamotten zurückzugeben und sich in der "Rent the Runway"-Niederlassung direkt vor Ort wieder neue auszusuchen.

Zudem betreibt WeWork in einigen Standorten seit Kurzem eine Art Mini-Markt namens WeMKT. Entstanden aus einer Art Kiosk, in denen die Mitglieder im Haus Snacks, Büroartikel und technische Gadgets kaufen konnten, soll das Konzept in den kommenden Jahren auf 500 Outlets ausgeweitet werden. Auch ein Onlineshop, in dem unter anderem WeWork-Mitglieder Produkte listen können sollen, ist in Planung.

Der Phantasie von CEO Adam Neumann und seinen Geldgebern scheinen keine Grenzen gesetzt.

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