Sonntag, 15. Dezember 2019

Teurer Kredit-Deal erscheint attraktiver WeWork will sich nicht von Softbank retten lassen

WeWork-Logo an einem Büroraum des Unternehmens in San Francisco

Der angeschlagene Büroraum-Anbieter WeWork will sich nicht von seinem Investor Softbank retten lassen. Nachdem am Montag bekannt geworden war, Softbank strebe eine Mehrheitsbeteiligung an dem klammen Start-up an, berichtete "Bloomberg" am Dienstag, WeWork wolle seine Finanznöte lieber mithilfe eines teuren Kreditpaketes lindern.

JPMorgan-Banker suchten aktuell Investoren für "eines der riskantesten Angebote von Ramsch-Papieren der jüngeren Vergangenheit", schreibt der Finanznachrichtendienst über den Schuldendeal, der WeWork bis zu fünf Milliarden Dollar frisches Kapital in die Kasse spülen soll. Die Bedingungen könnten sich je nach Nachfrage der Investoren ändern, heißt es in dem Bericht weiter, es stehe allerdings teilweise ein jährlicher Coupon von 15 Prozent im Raum - im vergangenen Jahr hatte sich WeWork frisches Kapital nur halb so teuer erkaufen müssen.


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Trotz der hohen Zinsen ziehe das angeschlagene Start-up einen Kreditdeal der Machtübernahme durch Großinvestor Softbank vor, so "Bloomberg", weil WeWork Anteile und Einfluss anderer Investoren nicht verwässern wolle. Das Start-up steht unter erheblichem Druck: Laut verschiedenen Berichten könnte schon im kommenden Monat das Geld ausgehen.

Ob JPMorgans Pitch bei Investoren Erfolg hat, ist allerdings noch unklar. Intern sehe man den Verkauf eines weiteren substanziellen Anteilspaketes an Softbank denn auch zumindest als Plan B. Noch in dieser Woche sei mit einer Entscheidung zu rechnen.

luk

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