Montag, 22. April 2019

Websummit in Lissabon Wie Lissabon Berlin den Rang ablaufen will

Web Summit 2016 in Lissabon: Mehr als 53.000 Menschen sind zum Tech-Happening angereist
manager magazin online
Web Summit 2016 in Lissabon: Mehr als 53.000 Menschen sind zum Tech-Happening angereist

Es ist, als ob eine Stadt der Größe Passaus auf den Beinen ist. Zehntausende vor allem junge Leute stehen am Montag vor der Messe in Lissabon. Sie warten geduldig darauf, in die große silberne Messehalle am Ufer des Tejo-Flusses eingelassen zu werden. Zur Eröffnung der Tech-Konferenz Websummit.

Letztlich werden es nur 15.000 Menschen in die Halle schaffen. Der Stimmung draußen tut das kaum Abbruch. Auf einer riesigen Leinwand können die Draußen-Gebliebenen das Geschehen in der Halle mitverfolgen. Eine Option, die nicht wenige ergreifen. Die Wartenden, darunter Start-up-Unternehmer aus Ländern wie der Ukraine, Malawi, Finnland, Portugal und Schweden netzwerken, tauschen Kontaktdaten aus oder genießen einfach die entspannte Stimmung. Schließlich ist der Abend lau. Die Lichter der Seilbahn und vom anderen Ufer leuchten bunt herüber. Und bis die Party in den Bars und Clubs Lissabons weitergeht, ist es noch eine Weile.

53.000 Teilnehmer aus 170 Ländern

Mit klassischen, teuren Tech-Konferenzen, auf denen sich Investoren und Startup-Community im elitären Kreis treffen und Kontakte pflegen, hat der Websummit in Lissabon nicht mehr viel zu tun. Und auch von den bescheidenen Anfängen mit einst 400 Teilnehmern ist nicht mehr viel zu spüren. Mehr als 53.000 Teilnehmer aus fast 170 Ländern sind in diesem Jahr in die portugiesische Hauptstadt gepilgert, um zu dort zu netzwerken, ihre Start-ups zu präsentieren, Investoren zu treffen oder sich einfach über aktuelle Entwicklungen zu informieren. Und das, wie es eine Teilnehmerin aus der Schweiz zusammenfasst "zu einem echten Schnäppchenpreis" im Vergleich zu anderen Konferenzen.

Es ist ein regelrechtes Tech-Happening, das hier stattfindet - statt im Schlamm allerdings mit portugiesischer Sonne und einem gewissen Grad an Chaos.

Vor sieben Jahren, als der damals Mitte-20-Jährige Websummit-CEO Paddy Cosgrave die Veranstaltung 2009 mit einigen Kollegen gründete, war das noch ganz anders. Damals kamen gerade einmal rund 400 Leute - darunter vor allem Tech-Blogger und lokale Tech-Unternehmer an den Veranstaltungsort in der Nähe von Dublin..

Dann nahm die Konferenz Fahrt auf. 2011 kam bereits Twitter-Gründer Jack Dorsey. Auch der umstrittene Star-Investor Peter Thiel, Tesla-Chef Elon Musk und Uber-Chef Travis Kalanick schauten bereits vorbei. Dass am Rande der Konferenz in einem Pub der Legende nach letztlich das Goldman Sachs Investment bei Uber in die Wege geleitet worden sein soll, befeuert die Legende weiter.

Seite 1 von 2

© manager magazin 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung