Dienstag, 12. November 2019

Kryptowährung, Shopping, Verschlüsselung Wie Facebook sich neu erfinden will

Facebook-Chef Mark Zuckerberg bei einem Auftritt in Paris
Gérard Julien/AFP
Facebook-Chef Mark Zuckerberg bei einem Auftritt in Paris

Es ist eine enorme PR-Show, die Facebook-Chef Mark Zuckerberg sich für dieses Jahr vorgenommen hat. In Gesprächen mit Experten und Führungskräften wolle er über Chancen, Herausforderungen, Hoffnungen und Gefahren von Technik sprechen, verkündete Zuckerberg zu Jahresbeginn. Wie das Ganze aussehen soll, konnten die Deutschen dann vor einigen Wochen in Berlin beobachten, als Zuckerberg sich mit Springer-Chef Mathias Döpfner und der Turnschuh tragenden CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer traf

Eine Charmeoffensive, bei der Zuckerberg nicht nur neue Erlösmodelle für klassische Medien in dem sozialen Netzwerk in Aussicht stellte. Er sprach sich auch für strengeren internationalen Datenschutz aus - ein Feld, das in der Vergangenheit sicher nicht zur Kernkompetenz des 34-Jährigen gehörte.

Zuckerbergs Tour-de-Force hat einen guten Grund: Der Facebook-Chef will zunehmenden Forderungen nach einer Zerschlagung des Netzwerkes entgegentreten. Und angesichts der nicht abreißen wollenden Serie von Datenschutzversagen, Hassbotschaften und massiven Problemen, diese einzudämmen, um Vertrauen werben. Das ist auch dringend nötig. Denn angesichts all der aktuellen Probleme will Zuckerberg Facebook neu erfinden und offenbar langfristig auch geschäftlich auf eine völlig neue Basis stellen. Dafür braucht er allerdings nicht nur das Wohlwollen, sondern auch das Vertrauen der Öffentlichkeit.

Denn auch wenn Facebook immer noch eine Geldmaschine ist und alleine im vierten Quartal 2018 16,9 Milliarden Dollar vor allem mit Werbung einspielte - die wilden Wachstumsjahre sind vorbei. Gerade einmal um 1,36 beziehungsweise 2 Prozent konnte Facebook bei den Nutzern in den vergangenen Quartalen zulegen.

Stagnierende Nutzerzahlen in den USA

Das Problem dabei: Facebook wächst vor allem in Asien, während die Nutzerzahlen in den USA und Europa weitgehend stagnieren. Mit absehbaren finanziellen Konsequenzen: Für Facebook, das mehr als 90 Prozent seines Umsatzes mit Werbung macht, sind US-Bürger und Europäer deutlich lukrativer als Asiaten. So generierte ein Nutzer in den USA und Kanada für Facebook zuletzt 27,61 Dollar im Quartal und ein Europäer 8,82 Dollar, wie der Tech-Blog "Recode" kürzlich vorrechnete. Der von einem asiatischen Nutzer generierte Umsatz lag dagegen bei schlanken 2,67 Dollar.

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