Dienstag, 26. Mai 2020

Einstieg ins Fluggeschäft  Uber hebt ab

Businessjet TriFan 600: Ein bisschen Hubschrauber, ein bisschen Flugzeug
XTI Aircraft

Dass man mit futuristischen Projekten jede Menge mediale Aufmerksamkeit auf sich ziehen kann, ist nicht erst seit Jeff Bezos Drohnen-Coup in der Tech-Welt Allgemeingut. Dass auch der Fahrdienstvermittler Uber die Regeln der Aufmerksamkeitsökonomie beherrscht, hat er mehrfach bewiesen, zuletzt bei seinem autonomen Autoprojekt in Pittsburgh, bei dem der Fahrdienstvermittler allerdings noch von Konkurrenten überholt wurde.

Nun hat Uber -Produktchef Jeff Holden ein neues, spektakuläres Projekt aus der Tasche gezogen, das Bevölkerung und Medien zu faszinieren verspricht: Senkrecht startende Flugzeuge.

Uber schaue sich diese neue Form des Transports als Möglichkeit der Personenbeförderung an, verkündete Holden kürzlich auf einer US-Tech-Konferenz im US-Staat Massachsetts. Seiner Einschätzung nach könnten die futuristischen Flugkonzepte, an denen unter anderem auch der Luftfahrtkonzern Airbus, die DARPA und andere Unternehmen forschen, innerhalb von zehn Jahren Realität werden, berichtet derUS-Techblog Recode, dessen Redakteurin das Interview auf der Konferenz mit Holden führte.

Was VTOL-Fluggeräte von Hubschraubern unterscheidet

Ähnlich wie Helikopter können sogenannten VTOL-Gefährte - VTOL steht für "vertical take-off and landing" - vertikal landen und abheben. Anders als klassische Hubschrauber, können sie aber gleich über eine Vielzahl von Rotoren verfügen, möglicherweise auch über Tragflächen und - auch aus Lärmschutzgründen - von Batterien angetrieben werden.

Nach Vorstellung Holdens könnten Nutzer dank der VTOL-Technologie Wege deutlich schneller zurücklegen als im Straßenverkehr. Die Fluggeräte selbst könnten dann auf Gebäuden landen, erklärte er. Wer die Gefährte betreiben soll, ob Privatpersonen, externe Unternehmen oder Uber selbst - dazu äußerte sich Holden nicht.

Das VTOL-Projekt wäre nicht Ubers erster Ausflug in die Luftfahrt. Der Fahrdienstvermittler hatte in der Vergangenheit bereits Helikopterflüge im Angebot. Allerdings waren diese laut Holden in erster Linie als Marketinggag konzipiert.

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