Montag, 22. April 2019

Hype um App Meerkat Warum ein Erdmännchen für neues Sendungsbewusstsein sorgt

Für jedes Startup ist aller Anfang schwer. Die Macher der Smartphone-App Meerkat haben mit Twitters neuem Zukauf Periscope allerdings recht schnell vermeintlich starke Konkurrenz bekommen

Hamburg - Der neueste Schrei in der Tech-Welt heißt Meerkat. Ja, Meerkat, zu deutsch Erdmännchen. Meerkat ist eine spartanisch anmutende App. Der Nutzer lädt sie auf sein Smartphone und kann mit einem knappen Text und einem Klick eine Video-Live-Übertragung versenden. Die Live-Berichterstattung von Nutzern geht damit nicht mehr nur via Text (Twitter), Foto (Instagram und Facebook), sondern nun auch per Video. Im Jargon der Fernsehbranche würde das bedeuten, dass der Nutzer auf Sendung ist.

Den großen Auftritt hatten die Macher der App in Austin, Texas, bei der Musik- und Technologiekonferenz South by Southwest, kurz SXSW. Meerkat wäre nicht die erste App, deren Aufstieg bei der SXSW begann. 2007 hatte dort Kurznachrichtendienst Twitter den großen Durchbruch. Zwei Jahre später erlangte der auf Ortsdaten basierende Empfehlungsdienst Foursquare schnelle Beliebtheit. Nun wollen die Gründer der Erdmännchen-App Nutzer begeistern.

Hinter Meerkat steckt ein israelisches Startup namens Life on Air. Die Gründer Ben Rubin, 27, Produktchef Uri Haramati, 35, und Technik-Verantwortlicher Itai Danino, 29, dürften sich angesichts des Hypes nicht nur freuen. Sie mussten auch gleich einen ersten Dämpfer hinnehmen.

Links Meerkat, rechts Periscope: Die neuen Live-Streaming-Apps erlangen bei Smartphone-Nutzern schnelle Beliebtheit
Meerkat; Periscope
Links Meerkat, rechts Periscope: Die neuen Live-Streaming-Apps erlangen bei Smartphone-Nutzern schnelle Beliebtheit
Twitter erschwerte dem Startup nach dem ersten Hype den Zugang zu Nutzerdaten. Eine Schnittstelle wurde gekappt. Der Hintergrund war schnell klar: Der Kurznachrichtendienst will selber Video-Live-Übertragungen bzw. Live-Streaming anbieten und kaufte kurzerhand für kolportierte 100 Millionen Dollar das Startup Periscope ("Sehrohr"). Das Unternehmen hatte zwar noch kein Produkt auf dem Markt, würde aber schon bald in scharfen Wettbewerb mit Meerkat gehen.

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