Donnerstag, 22. August 2019

Ranking zu Forschungsausgaben Volkswagen investiert fast so viel wie Microsoft

Elektro-Golf-Produktion in der Gläsernen Manufaktur in Dresden

Die deutschen Großkonzerne steigern ihre Ausgaben für Forschung und Entwicklung einer Studie zufolge deutlich langsamer als ihre Konkurrenten in den USA und China. Insgesamt stieg das Innovationsbudget der 35 deutschen Unternehmen, die sich in der Liste der Top-500-Konzerne weltweit platzieren, im vorigen Jahr um 9 Prozent auf 60 Milliarden Euro, zeigt eine am Sonntag veröffentlichte Untersuchung der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY.

Zum Vergleich: Die stärksten Zuwächse wurden für chinesische Unternehmen mit 23 Prozent registriert, während die wichtigsten US-Konzerne auf plus 12 Prozent kamen.

Das höchstplatzierte deutsche Unternehmen im weltweiten Ranking ist Volkswagen (5. Platz) mit Ausgaben von 12,1 Milliarden Euro, was den Autobauer zu Europas Nummer eins beim Innovationsbudget macht. Auch Daimler (18.), Siemens (22.), BMW (25.) und Bayer (26.) finden sich weit vorne.

Amazon investiert am meisten in Innovationen

Das weltweit höchste Innovationsbudget wies mit umgerechnet 24,4 Milliarden Euro erneut der Online-Händler Amazon aus, ein Plus von 27 Prozent. Auf Platz zwei liegt demnach unverändert die Google-Muttergesellschaft Alphabet mit 18,2 Milliarden Euro vor dem südkoreanischen Elektronik-Konzern Samsung (14,4 Milliarden Euro) und Microsoft (12,5 Milliarden Euro). Alle drei Unternehmen verzeichneten zweistellige Steigerungsraten ihrer Ausgaben für Forschung und Entwicklung.

"Die Digitalisierung hat einen Investitionsboom ausgelöst, der stetig an Dynamik gewinnt", sagte EY-Experte Alexander Kron. "Es wird immer klarer, dass die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen zunehmend von ihrer technologischen Leistungsfähigkeit und Innovationskraft bestimmt wird."

"Europa hat derzeit Probleme, den Anschluss zu halten"

Vor allem an der Spitze des Rankings zeige sich, wie stark sich die USA und Europa derzeit auseinanderentwickeln, sagte Kron. So betrugen die Innovationsausgaben der fünf größten Investoren mit Sitz in den USA insgesamt knapp 79 Milliarden Euro, die fünf größten europäischen Konzerne gaben nur 43 Milliarden Euro aus. Und während bei den fünf Top-US-Konzernen die Ausgaben um insgesamt 21 Prozent zulegten, stiegen sie bei den Topinvestoren Europas um gerade einmal sieben Prozent.

"Europa hat derzeit Probleme, den Anschluss zu halten", analysierte Kron. "Die US-Konzerne profitieren von einer guten Konjunktur, sie erwirtschaften höhere Gewinne und können mehr für Innovationen ausgeben. Europas Konzerne leiden hingegen unter einer schwächelnden Konjunktur auf dem Heimatmarkt sowie den internationalen Handelsstreitigkeiten."

rei/Reuters

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