Dienstag, 20. August 2019

BSI-Präsident über Hacker Volkswagen muss täglich 6000 Cyber-Attacken abwehren

Unter Dauerbeschuss: Hacker greifen das IT-Netz des Volkswagen-Konzerns permanent an

Die Angriffe von Hackern auf Behörden und Firmen in Deutschland nehmen zu. Der Volkswagen-Konzern etwas muss täglich 6000 Cyber-Attacken auf sein IT-Netz abwehren. Dabei gehen die Angreifer offenbar immer effektiver vor.

Die Cyber-Attacken auf deutsche Behörden und Unternehmen werden nach Angaben des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) immer raffinierter und effektiver. "Bis vor wenigen Jahren glichen Cyber-Angriffe einem elektronischen Flächen-Bombardement, dadurch hatten Angreifer große Streuverluste", sagte BSI-Präsident Arne Schönbohm der "Bild". "Heute sind Cyber-Attacken sehr viel präziser und auf einzelne Ziele, wie den Bundestag, angelegt. Das ist leider auch viel erfolgreicher."

Sein Amt sei in erster Linie für den Schutz des Regierungsnetzes verantwortlich, und "das hat noch kein Hacker geknackt". Allerdings sei die Frequenz der Angriffe - ob auf private oder öffentliche Einrichtungen - schon enorm, sagte Schönbohm.

"Volkswagen gibt die Zahl der Cyber-Attacken auf sein IT-Netz mit 6000 Fällen pro Tag an. Und wir stellen jeden Tag allein mehr als 20 hochspezialisierte Angriffe auf das Regierungsnetz fest. Die Zahl der Cyber-Attacken ist also sehr hoch."

Eine dpa-Umfrage hatte kürzlich ergeben, dass einige Bundesländer im Kampf gegen Cybercrime und terroristische Aktivitäten im Netz ihre Ermittlungsbehörden zum Teil erheblich ausbauen. Sie planen etwa neue Spezialabteilungen und stellen Staatsanwälte, Ermittler und IT-Experten ein.

Sicherheitsexperten befürchten, dass Terroristen oder Staaten über Cyberattacken versuchen könnten, für die Versorgung der Gesellschaft überlebenswichtige Anlagen - etwa bei der Wasser- oder Energieversorgung - anzugreifen.

rei/dpa

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