Weniger Umsatz und Kunden Vodafone fällt in Europa deutlich zurück

Vodafone kommt momentan in Europa in allen großen Märkten unter die Räder. Die schwache Konjunktur in Südeuropa und der harte Wettbewerb in Deutschland setzen dem Mobilfunkkonzern zu. In den Schwellenländern kann Vodafone dagegen punkten.
Vodafone in London: Nicht nur auf dem britischen Heimatmarkt fallen die Umsätze

Vodafone in London: Nicht nur auf dem britischen Heimatmarkt fallen die Umsätze

Foto: CARL COURT/ AFP

London - Der Mobilfunkkonzern Vodafone hat wegen des schwachen Geschäfts in Südeuropa und wachsender Konkurrenz in Deutschland im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres weniger umgesetzt. Die Erlöse sanken im Jahresvergleich um 3,5 Prozent, teilte der britische Konzern mit. Analysten hatten indes mit einem etwas stärkeren Rückgang gerechnet. Die Aktie legte in einem etwas schwächeren Markt um 0,76 Prozent zu.

Die Umsätze aus Gemeinschaftsunternehmen einbezogen lagen die Erlöse im Berichtszeitraum bei 10,2 Milliarden britischen Pfund (gut 11,8 Milliarden Euro). In Nord- und Zentraleuropa habe der Wettbewerb zugenommen. Dies zeigte sich insbesondere in Deutschland und dem Heimatmarkt Großbritannien. Konzern-Chef Vittorio Colao sprach dennoch von einem "guten" Jahresstart. Das Wachstum in den Schwellenländern habe sich beschleunigt. Er bestätigte zudem den Ausblick für das laufende Geschäftsjahr.

Auch der geplante Kauf des deutschen Kabelnetzbetreibers Kabel Deutschland für insgesamt rund 7,7 Milliarden Euro dürfte den Konzern auf dem wichtigen Markt Deutschland stärken. Vodafone  bietet den Aktionären von Kabel Deutschland 87 Euro je Aktie. Die Führungsspitze des im MDax  notierten Unternehmens empfiehlt die Annahme des Angebots. Die Zustimmung des Bundeskartellamts steht noch aus.

Deutschland: 5 Prozent weniger Erlöse, 10 Prozent weniger Kunden

Die angespannte konjunkturelle Lage in Europa und die wachsende Konkurrenz setzen Vodafone zu: So schrumpfte das Geschäft in Deutschland um 5,1 Prozent. Auch die Absenkung der Durchleitungsgebühren im Mobilfunk durch die Bundesnetzagentur hätten die Geschäfte belastet, erklärte Deutschlandchef Jens Schulte-Bockum. Durch die Ausbuchung inaktiver Kunden mit Prepaid-Karte sank die Zahl der Mobilfunkkunden Ende Juni um 10 Prozent auf 32,2 Millionen.

Im Heimatmarkt Großbritannien fielen die Erlöse um 4,5 Prozent. Hier schlug vor allem der zunehmende Wettbewerbsdruck durch. In Spanien und Italien verlor Vodafone zweistellig. Im Gegensatz dazu erzielte der Konzern in Schwellenländern wie der Türkei (+15,5 Prozent) und Indien (+13,8) starke Zuwächse.

Ein Wachstumstreiber für Vodafone blieb auch der zusammen mit der US-Telefongesellschaft Verizon  betriebene größte Mobfilfunker Amerikas, Verizon Wireless. Hier ergab sich ein organisches Wachstum von 7,2 Prozent im Berichtszeitraum. Vodafone hält 45 Prozent an Verizon Wireless.

rei/dpa/rtr
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