Videospiele und Bildsensoren Sony will Gewinn auf das 25-fache treiben

Sony baut weiter um und gliedert die ertragsschwache Unterhaltungselektronik aus. Die Japaner setzen verstärkt auf Videospiele und Bildsensoren - und wollen damit ihren Gewinn binnen drei Jahren auf das 25-fache treiben.
Verkaufsschlager: Sonys Videospielkonsole

Verkaufsschlager: Sonys Videospielkonsole

Foto: Christopher Jue/ dpa

Tokio - Sony  will künftig auf profitablen Nischenmärkten punkten und damit seinen Gewinn in den nächsten drei Jahren auf das 25-Fache hochtreiben. Gewinnträchtige Sparten wie Videospiele und Bildsensoren für Kameras sowie das Unterhaltungsgeschäft sollen den Konzern nach vorne bringen, wie Unternehmenschef Kazuo Hirai am Mittwoch bei der Vorlage der neuen Strategie sagte.

Anfangs habe der Umbau im Mittelpunkt gestanden. Im nächsten Geschäftsjahr ab Anfang April "geht es darum, Gewinne zu erzielen und in Wachstum zu investieren". Das operative Ergebnis soll 2017/18 mindestens auf 500 Milliarden Yen (rund 3,7 Milliarden Euro) steigen. Für das laufende Geschäftsjahr bis März 2015 peilen die Japaner umgerechnet nur rund 150 Millionen Euro an.

Der kriselnde Konzern hat seine Produktpalette bei Handys und Fernsehern verkleinert, um Kosten zu sparen. Vor allem das schwache Smartphone-Geschäft hatte Sony immer tiefer in die roten Zahlen gedrückt. Einen Abschied vom TV- und Smartphone-Geschäft schloss Hirai nicht aus. Hier haben die Japaner im Preiskampf mit billigeren Anbietern aus Asien Federn lassen müssen und verloren auch Anteile an die Marktführer Apple  und Samsung .

Sony rechnet mit Nettoverlust im Geschäftsjahr

Die Unterhaltungselektronik-Sparte "Video & Sound" solle derweil voraussichtlich zum 1. Oktober ausgekoppelt werden und als selbsttragende Sony-Tochter weitermachen, kündigte Sony an. Der Konzern hatte in dem Bereich zuletzt einen schmalen Quartalsgewinn von 25,3 Milliarden Yen (186,6 Mio Euro) verbucht.

Das laufende Geschäftsjahr wird Sony nach eigenen Angaben mit dem sechsten Nettoverlust in sieben Jahren abschließen. Allerdings dürfte das Minus mit umgerechnet knapp 1,3 Milliarden Euro geringer ausfallen als ursprünglich mit 1,7 Milliarden Euro angenommen, wie der Konzern bereits Anfang des Monats mitgeteilt hatte.

Auch andere japanische Technologie-Riesen leiden unter dem Preiskampf und versuchen mit einer Neuausrichtung die Wende. So konzentriert sich etwa Panasonic  zunehmend auf das Geschäft als Autozulieferer.

ts/rtr/dpa-afx