Donnerstag, 5. Dezember 2019

Verkaufsschlager iPhone 6 Apple übertrifft die Markterwartungen

Apple-Chef Cook: "Im Moment verkaufen wir alles, was wir produzieren können"

Dank iPhone 6 hat Apple die Erwartungen im abgelaufenen Quartal übertroffen: Umsatz und Gewinn legten zweistellig zu. Mac-Computer verkauften sich besser denn je - andere Produkte eher schlechter.

Cupertino - Das iPhone 6 hat Apple ein starkes Quartal mit deutlich gestiegenen Milliardengewinnen beschert. Der kalifornische Konzern verdiente im vergangenen Vierteljahr knapp 8,47 Milliarden Dollar. Das waren 12,7 Prozent mehr als im Vorjahresquartal - das stärkste Wachstum seit fast zwei Jahren.

Der Apple-Umsatz stieg im Jahresvergleich um 12,4 Prozent auf 42,12 Milliarden Dollar, wie der Konzern mitteilte. Die Zahlen übertrafen die Erwartungen des Marktes. Aktien von Apple Börsen-Chart zeigen kletterten nachbörslich um 2,1 Prozent.

Den Ausschlag gab vor allem der Rekordstart des iPhone 6 knapp zwei Wochen vor dem Ende des vierten Geschäftsquartals. Apple verkaufte rund 39,3 Millionen Stück. Allein am ersten Verkaufswochenende der zwei neuen Modelle waren mehr als zehn Millionen Geräte abgesetzt worden. Im Vorjahresquartal mit dem Start des iPhone 5s hatte Apple 33,8 Millionen Telefone verkauft. Der Umsatz stieg noch deutlich stärker um ein Fünftel - das heißt, es wurden mehr teurere Modelle verkauft.

Die Nachfrage nach den neuen iPhones sei deutlich höher als das Angebot, sagte Apple-Chef Tim Cook. "Im Moment verkaufen wir alles, was wir produzieren können." Insbesondere das größeren iPhone 6 Plus sei knapp. In den USA seien die iPhone-Verkäufe um 17 Prozent gestiegen, in Westeuropa um ein Fünftel. Das iPhone macht mehr als die Hälfte des Apple-Geschäfts aus.

Apple will im hart umkämpften Smartphone-Geschäft vor allem dem Rivalen Samsung Börsen-Chart zeigen Marktanteile abjagen. Die neue iPhone-Serie unterscheidet sich von ihren Vorgängern durch einen größeren Bildschirm. Das war bisher die Domäne der Südkoreaner, die mit ihren Galaxy-Modellen zum Smartphone-Primus aufgestiegen sind.

Zuletzt lief es aber nicht mehr rund für die Asiaten: Samsung steuert wegen der scharfen Konkurrenz auf den ersten Rückgang beim Jahresgewinn seit 2011 zu. Von Juli bis September ist der Betriebsgewinn nach vorläufigen Daten um fast 60 Prozent auf umgerechnet etwa drei Milliarden Euro eingebrochen. Samsungs Geräte sind merklich billiger als das iPhone, andererseits aber deutlich teurer als die der aufstrebende Konkurrenz aus China.

Mac-Computer-Absatz steigt um eine Million

Einen überraschend kräftigen Sprung gab es beim Absatz der Mac-Computer. Ihre Verkäufe stiegen von 4,57 Millionen Geräten vor einem Jahr auf 5,52 Millionen. Das war ein Rekord. Besonders gut hätten sich die Notebooks MacBook Air und MacBook Pro verkauft. Der bisherige Bestwert von 5,2 Millionen Mac-Computern liegt fast drei Jahre zurück. Mit dem Absatzplus von 21 Prozent im Jahresvergleich baute Apple den Marktanteil im immer noch schwächelnden PC-Geschäft stark aus. Es dürfte der höchste Marktanteil seit 1995 sein, sagte Cook. Damals hatte Microsoft sein Betriebssystem Windows 95 gestartet, das dem Konzern den Weg zur Dominanz des PC-Marktes ebnete.

iPad-Verkäufe schwächeln weiter

Die Verkäufe der iPad-Tablets schwächelten im dritten Vierteljahr in Folge. Der iPad-Absatz sank im Jahresvergleich um 12,5 Prozent auf 12,3 Millionen Geräte. Cook betonte abermals, er glaube nach wie vor an die Zukunft der Produktkategorie. In einigen der umsatzstärksten Länder kauften 50 bis 70 Prozent der iPad-Käufer ihr erstes Tablet. "Das ist kein gesättigter Markt." Er räumte zugleich ein, dass sich im vergangenen Quartal manche potenzielle iPad-Käufer für einen Mac oder ein iPhone entschieden haben dürften.

Die Verkäufe des Multimedia-Players iPod wird Apple vom kommenden Quartal an nicht mehr einzeln angeben. Zuletzt brachen sie im Jahresvergleich um fast ein Viertel auf nur noch 2,6 Millionen Geräte ein. Der iPod hatte den Grundstein für Apples Erfolg mit dem iPhone gelegt, inzwischen sind solche Player jedoch von den Smartphones in eine Nische gedrängt worden. Zusammen mit den iPods werden in der Kategorie "andere Geräte" auch die Beats-Kopfhörer und die für kommendes Jahr angekündigte Apple-Uhr in den Quartalsberichten wenig sichtbar sein. Er wolle Rivalen nicht zu viele Details über das Geschäft mit der Apple Watch verraten, sagte Cook.

Für das laufende Quartal mit dem wichtigen Weihnachtsgeschäft erwartet Apple einen Umsatz zwischen 63,5 und 66,5 Milliarden Dollar. Die Finanzreserven sanken wegen der Auszahlungen an Anteilseigner um 9,3 Milliarden Dollar auf 155,2 Milliarden.

ts/dpa-afx/rtr

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