Montag, 17. Februar 2020

Fahrdienst-Start-up Uber strebt in den 10-Milliarden-Dollar-Klub

Uber-App im Auto: Juristische Probleme weltweit

Uber befindet sich einem Bericht zufolge in einer neuen Finanzierungsrunde, die das Unternehmen mit über 10 Milliarden Dollar bewerten könnte. Der Fahrdienst-App-Anbieter könnte damit zu den ganz Großen in der US-Start-up-Szene aufsteigen.

Hamburg - Uber befinde sich in Finanzierungsgesprächen mit Wagniskapitalgebern, die das Unternehmen mit über 10 Milliarden Dollar bewerten könnten, sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Bloomberg. Das wäre nahezu eine Verdreifachung des Firmenwerts gegenüber der letzten Finanzierungsrunde 2013.

Uber strebe demnach eine Kapitalspritze von weniger als einer Milliarde Dollar an. Das könnte sich den Insidern zufolge aber noch ändern. Im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen 258 Millionen frisches Kapital eingeworben. Uber wollte den Bericht nicht kommentieren.

Die Höhe der Bewertung spielt in der US-Start-up-Szene eine entscheidende Rolle: Sollte Uber der Sprung über die 10-Milliarden-Dollar-Marke gelingen, schlösse der Fahrdienst-App-Anbieter zu einem exklusiven Klub von Start-ups mit elfstelligen Bewertungen auf, darunter Schwergewichte wie Airbnb oder Dropbox. Sie rangieren laut Bloomberg nicht mehr weit vom mittleren Marktwert der im US-Index S&P 500 gelisteten Unternehmen, der bei rund 16 Milliarden Dollar liegt.

Etablierte Tech-Firmen wie Red Hat oder Akamai hätte Uber mit einer 10-Milliarden-Dollar-Bewertung zudem überflügelt.

Uber vermittelt über seine gleichnamige App Autofahrten mit Privatleuten. Das Unternehmen sieht sich daher weltweit juristischen Problemen gegenüber: So hatten Gerichte in mehreren US-Städten sowie in Brüssel, Paris und Berlin den Chaffeur-Service verboten.

Das Berliner Landgericht erließ zuletzt in einem Eilverfahren eine einstweilige Verfügung. Ein Berliner Taxiunternehmer hatte geklagt, weil er in dem Angebot einen illegalen Taxiverkehr ohne Lizenz sah. Uber betont stets, man biete selbst keinen Fahrservice an, sondern stelle Fahrern nur eine Vermittlungs-Plattform zur Verfügung. Allerdings hatte Europa-Chef Pierre-Dimitri Gore-Coty erst kürzlich der "Berliner Zeitung" gesagt, in zehn Jahren werde es keine Taxis mehr geben.

Uber versteht sich als Teil der sogenannten Sharing Economy, die auf den Trend setzt, Gebrauchsgegenstände wie Autos zu teilen, statt sie zu besitzen.

Der Bewertungswettkampf zwischen den US-Start-ups hat derweil Diskussionen über eine neuerliche Blasenbildung im Silicon Valley befeuert: So gebe es heute zwar weniger Börsengänge als zu Dot-Com-Zeiten um die Jahrstausenwende. Allerdings stieg die Wagnisfinanzierung in der Branche im ersten Quartal mit insgesamt rund 10 Milliarden Dollar auf ein 13-Jahres-Hoch, berichtet Bloomberg unter Berufung auf den Datendienst CB Insights.

Uber will mit dem frischen Kapital vor allem sein Wachstum vorantreiben. Zuletzt hatte das Start-up die M&A-Expertin Cameron Poetzscher von der US-Investmentbank Goldman Sachs Börsen-Chart zeigen abgeworben. Poetzscher soll die Unternehmensentwicklung verantworten.

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