Sharing Economy vor Bewährungsprobe US-Behörde prüft: Kann man Uber und Airbnb trauen?

Von Andrea Rungg
Sind die Daten bei Uber und Co. sicher? Genau das will die US-Wettbewerbsbehörde FTC überprüfen.

Sind die Daten bei Uber und Co. sicher? Genau das will die US-Wettbewerbsbehörde FTC überprüfen.

Foto: Andrew Caballero-Reynolds/ AFP
Fotostrecke

Fahrdienst im Größenwahn: Wie Uber zum meistgehassten Startup wurde

Foto: Tobias Hase/ dpa

Die US-Wettbewerbsbehörde FTC will die Datenverarbeitung von Uber, Airbnb und anderen Unternehmen aus der so genannten "Sharing Economy" überprüfen. Die FTC wolle wissen, ob die Unternehmen angemessen mit Verbraucherdaten umgehen und welchen Haftungsrisiken Verbraucher ausgesetzt sind. Das berichtete die "Financial Times" unter Berufung auf Marina Lao, Direktorin der FTC.

Die Behörde will dabei im Wesentlichen untersuchen, ob Nutzer den Unternehmen vertrauen können. Weltweit nutzen Menschen die Angebote der noch jungen Startups, hinterlassen dabei aber viele persönliche Daten, Bewertungen und setzen sich auch Haftungsrisiken aus. Genau diese drei Bereiche will die FTC begutachten.

Uber und Airbnb gehören weltweit zu den bekanntesten jungen Unternehmen und haben in der Vergangenheit von Investoren viel Geld für die Expansion erhalten.

Das US-Startup Uber will sich in einem ersten Schritt weltweit als Taxi-Alternative durchsetzen und vermittelt über eine Smartphone App Fahrer und Mitfahrer. In einem nächsten Schritt könnte das Unternehmen zu einer Plattform für Personen- und Warentransport werden.

Das Unternehmen stößt weltweit allerdings auf Widerstand und steht in vielen Ländern unter verschärfter Beobachtung oder ist sogar verboten. Bei Investoren ist Uber allerdings relativ beliebt. Das Startup erhielt mehrere Milliarden Dollar Risikokapital und ist US-Medienberichten zufolge erneut vor einer Finanzierungsrunde in Milliardenhöhe.

Ubers Umgang mit Nutzerdaten kam in die Kritik, als bekannt wurde, dass Mitarbeiter freizügigen Zugang zu einer Software hatten, durch die sie die Bewegungsdaten der Nutzer einsehen konnten. Die Software wurde in Unternehmenskreisen "God View" genannt. Anfangs gab es zudem Diskussionen zwischen Fahrern und Uber über den Versicherungsschutz während der Fahrzeiten.

Wer haftet, wenn die Wohnung zerstört wurde?

Welchen Versicherungsschutz Nutzer genießen, dass will die FTC auch bei Airbnb überprüfen. Über die Plattform werden weltweit Zimmer oder Wohnungen vermittelt. Im vergangenen Jahr hatte das US-Startup an zwei Gastgebern eine Entschädigung zahlen müssen, nachdem Gäste die von Airbnb vermittelte Wohnung während illegaler Sexparties verwüstet hatten.

"Wir wollen uns anschauen, wie wir die Geschäftsmodelle zum Schutze der Verbraucher regulieren können ohne dabei Innovation zu behindern", sagte Lao der Financial Times. Die FTC hatte die Unternehmen bislang unbehelligt arbeiten lassen. Die Behörde forderte Städte und Gemeinden sogar dazu auf, die Geschäfte zuzulassen und damit Wettbewerb zu fördern.

Nun wolle sich die Behörde grundsätzlich mit Plattformen auseinandersetzen, die als Zwischenhändler von Dienstleistungen operieren. Die FTC bewerte die Plattformen weder positiv noch negativ. Am Ende der Überprüfung könne auch herauskommen, dass die Behörde gar nicht eingreife. Nach dem sich Taxibetreiber in den USA über Uber beklagt hätten, sei die FTC nun aufgefordert, das Geschäftsgebaren der Firmen zu überprüfen, sagte Lao.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.