Mittwoch, 13. November 2019

Steigende Investitionen, steigende Sorgen Cloud-Technologie versetzt IT-Chefs in Höhenangst

Cloud-Technologie: Ein Viertel der deutschen CIOs sind diesen Weg bereits gegangen

2. Teil: US-Anbietern ist wegen Snowden Umsatz weggebrochen

Dass finanzielle Vorteile und Effizienz in Sachen Cloud inzwischen mehr wiegen als Sicherheitsbedenken ist auch das Ergebnis einer aktuellen Umfrage von IDG Research im Auftrag des IT-Dienstleisters Unisys. Demnach speichern und bearbeiten CIOs und andere IT-Entscheider immer mehr Daten in der Cloud, obwohl sie dem eigentlich kritisch gegenüberstehen. So nennen 70 Prozent der Befragten Sicherheitsbedenken als größte Hürde für die Implementierung von Cloud-Strategien.

Trotz dieser Hürde gab mehr als die Hälfte der IT-Verantwortlichen von Unternehmen mit mehr als 1000 Mitarbeitern an, schon mindestens eine Anwendung oder einen Teil der IT-Infrastruktur in die Cloud ausgelagert zu haben. Gut ein Viertel der betroffenen Unternehmensdaten liege der Umfrage zufolge derzeit in einer Private Cloud, also in vom Unternehmen selbst kontrollierten Rechenzentren. In den kommenden anderthalb Jahren soll ihr Anteil auf etwa ein Drittel steigen.

Kostendruck versus Patientendatenschutz

Für die Anbieter von Cloud-Diensten sind das gute Nachrichten, die sich auch in den Zahlen widerspiegeln. So prognostizieren die IT-Berater der Experton Group in ihrem Anfang Juni veröffentlichten "Cloud Vendor Benchmark 2014" einen 46-prozentigen Zuwachs der Firmenausgaben für Cloud-Technologien, Cloud-Dienste und entsprechende Beratungs- und Integrationsservices in Deutschland. Im Verlauf des Jahres rechnet Experton mit Investitionen in Höhe von rund 6,6 Milliarden Euro.

Wobei sich die Umsätze hälftig auf die Marktsegmente Private Cloud sowie Public Cloud, also der Auslagerung in externe Rechenzentren, verteilen. Dass die Ausgaben für die Public Cloud sich indes nicht schneller entwickeln, als jene für die Private Cloud, begründet Experton-Berater Heiko Henkes vor allem mit den Veröffentlichungen Edward Snowdens. Nach dem NSA-Skandal sei vieles deutlicher geworden. "Da wurde auch Tacheles gesprochen", sagt Henkes. Deutsche, regionale Hosting-Anbieter hätten davon deutlich profitiert, den US-Anbietern sei einiger Umsatz weggebrochen. "Microsoft weist daher auch ja immer gerne darauf hin, wenn sie sich zum Beispiel wieder erfolgreich gegen einen Datenzugriff des FBI gewährt haben."

Dennoch warnt Henkes davor, zu sehr auf Absicherung der eigenen IT zu setzen, wie es in Deutschland typisch sei. "Wer so handelt, verzichtet auch auf Einsparungspotenzial." In manchen Branchen, wie etwa dem Gesundheitsbereich, sei der Kostendruck immens. Gleichzeitig sei gerade in dieser Branche die Sicherheit von Patientendaten wichtig. "Eigentlich beißt sich das", sagt Henkes. Auf deutsche IT-Chefs dürfte daher noch einiges zukommen.

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