Mitfahr-App auf Geldsuche Goldman Sachs sucht Investoren für Uber

Die nächste milliardenschwere Finanzierungsrunde ist noch nicht durch, da schaut sich Uber schon einmal nach einer Geldspritze für zwischendurch um. Avisierte Geldgeber: Solvente Kunden des Uber-Investoren Goldman Sachs.
Uber: Das US-Start-up besorgt sich einmal mehr frisches Geld

Uber: Das US-Start-up besorgt sich einmal mehr frisches Geld

Foto: Jens Büttner/ dpa

New York/Hamburg - Die US-Investmentbank Goldman Sachs sucht laut einem Medienbericht nach Geldgebern für Uber. Der Fahrdienst-Vermittler habe die US-Investmentbank angeheuert, um vermögende Investoren anzuwerben, berichtete das Magazin "Fortune"  am Montag in seiner Online-Ausgabe.

Goldman Sachs  habe bereits Infopakete an Klienten verschickt, heißt es ohne Angabe konkreter Quellen. Die Bank soll Uber-Wandelanleihen anbieten, die ein Volumen von Hunderten Millionen Dollar einbringen könnten. Das Geld sei unter anderem für die internationale Expansion des Unternehmens gedacht.

Die Kapitalsuche laufe völlig unabhängig von einer bereits bekannt gewordenen Finanzierungsrunde, bei der Uber laut Presseberichten mit bis zu 40 Milliarden Dollar bewertet werden soll. Über die Details des Angebots wurde zunächst nichts bekannt. Uber selbst wollte den Bericht nicht kommentieren.

Facebook hat es vorgemacht

Allerdings ist es in der US-Tech-Szene nicht ungewöhnlich, dass sich Start-ups zwischen größeren Finanzierungsrunden über "convertible debts" zusätzliches Geld besorgen. Auch Facebook  nutzte vor seinem Börsengang ein ähnliches Vehikel und ließ die Banker von Goldman Sachs - damals allerdings außerhalb der USA - eine Milliarde Dollar einsammeln.

Wie hoch die Zwischenfinanzierung bei Uber ausfallen wird, ist noch unbekannt. Insgesamt hat Uber bislang rund 1,5 Milliarden Dollar eingesammelt. Zu den Investoren gehören neben Goldman Sachs Schwergewichte wie BlackRock, Google Ventures, Benchmark, Summit Partners oder Kleiner Perkins Caufield & Byers. 1,2 Milliarden Dollar davon sammelte Uber erst im Juni ein.

Wozu Uber so kurz nach der letzten Finanzierungsrunde das frische Geld benötigt, berichtet "Fortune"  nicht.

Neue Probleme - zusätzliche Kosten

Allerdings hat Uber seine internationale Expansion zuletzt mit einem atemberaubenden Tempo vorangetrieben. Dabei hat der Fahrdienst teilweise mit erheblichen Problemen zu kämpfen, die zusätzliche Ausgaben nötig machen.

Taxikrieg in Hamburg

So muss der Fahrdienstbetreiber in mehreren europäischen Ländern seine Fahrer subventionieren, um überhaupt am Markt zu bleiben. In Hamburg liefert er sich mit dem Wettbewerber Mytaxi aktuell einen regelrechten Taxikrieg. Nachdem die von Daimler  übernommene App Mytaxi ankündigte, ihren Kunden bis Heiligabend die Hälfte des Fahrpreises zu erlassen, legte Uber noch einen drauf: Dort sparen Kunden 60 Prozent.

In Frankreich droht Uber-Pop aktuell sogar ein Komplettverbot. Eine Entscheidung, ob Uber weiter fahren lassen darf, soll Mitte Dezember fallen. Uber seinerseits hat gegen ein neues französisches Gesetz, das ein entsprechendes Verbot unter Umständen möglich machen könnte, in Brüssel jedenfalls schon einmal Einspruch eingelegt. Nach Ansicht Ubers verstößt es gegen EU-Recht.

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