Sonntag, 17. November 2019

Vor Börsengang Uber verpflichtet Finanzchef - und zahlt Millionen wegen Belästigung

Der neue Uber-Finanzchef Neldon Chai

San Francisco - Der US-Fahrdienstvermittler Uber macht sich bereit für den anstehenden Börsengang: Nach jahrelanger Suche verpflichtete Uber einen neuen Finanzchef und befreit sich mit einer Millionensumme von Altlasten.

Wie der Fahrdienstleister am Dienstag mitteilte, übernimmt der ehemalige Investmentbanker Nelson Chai den CFO-Posten. Der Manager war zuvor Chef der Versicherungsgesellschaft Warranty Group. Davor war er für den Finanzdienstleister CIT Group und die Bank Merrill Lynch tätig.

Der Neuzugang dürfte vor allem für die Planung von Ubers Börsengang wichtig sein, der für 2019 angepeilt wird. Ubers letzter Finanzchef Brent Callinicos war im März 2015 abgetreten. Die Suche nach einem Nachfolger zog sich Jahre hin und gestaltete sich schwierig. Im Mai berichtete das "Wall Street Journal", dass Uber-Chef Dara Khosrowshahi vergeblich versucht habe, den Finanzchef Zane Rowe von der Softwarefirma VMware wegzulotsen.

Und auch bei einem Altlasten-Fall aus der Ära, als Uber-Gründer Travis Kalanick noch am Ruder war, kann der seit August 2017 amtierende CEO Dara Khosrowshahi auf einen baldigen Abschluss hoffen. Am Montag wurde einem Richter in Oakland letzte Details zu einem Verfahren wegen Belästigung vorgelegt, in dem sich Uber im April zur Zahlung von insgesamt 10 Millionen Dollar bereit erklärt hatte - ohne allerdings die Schuld einzugestehen.

Laut der nun erzielten Einigung sollen 56 ehemalige und aktuelle Beschäftigte, die Belästigungsklage eingereicht hatten, im Durchschnitt rund 34.000 Dollar erhalten - insgesamt 1,9 Millionen Euro.

11.000 Dollar pro Nase für Diskriminierung

Zusätzlich sollen sie - zusammen mit 431 weiteren weiblichen Mitarbeitern oder Beschäftigten, die einer Minderheit angehören und eine Sammelkalge gegen Uber angestrengt hatten, noch einmal durchschnittlich 11.000 Dollar erhalten, weil sie den Angaben zufolge bei der Bezahlung und bei Beförderungen benachteiligt worden sein sollen.

Wie hoch die jeweilige Zahlung ausfällt, hängt unter anderem davon ab, wie gut die Betroffenen ihre Vorwürfe belegen konnten und in welcher Position sie in den Unternehmen waren.

Am 6. November ist eine weitere Anhörung zu der Einigung geplant.

mit reuters, dpa

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